Mittwoch, 18. September 2019

Drei Tage ohne Panne

Es ist das, was du daraus machst,
ist das Motto des Eifel- Gravellers.
Die Selbstbestimmung fängt also schon an, bevor man sich aufs Rad setzt:
eine hohe Anforderung, selbst zu entscheiden, was man aus dem Angebot des Veranstalters macht.
Oder ist es nur eine Umschreibung eines Radrennens, das man so nicht nennen möchte, weil man es so nicht nennen darf?

[ein interessanter Bericht zum Thema]

Ich entscheide mich für die erstere Variante, weil ich so ein Rennen gar nicht fahren möchte und auch nicht kann. Es ist ganz ähnlich, wie bei einem Brevet- da gibt es ja auch sehr unterschiedliche Ansichten; ist Paris-Brest-Paris nun ein Rennen oder das, was jeder persönlich daraus macht?

Drei Tage Radfahren in der Eifel, das war mein Ziel.
Clausto kam gerade aus Paris, wollte nach seinem Rennen Radfahren genießen und wollte mich am Mittwoch mit zurücknehmen. Am Donnerstag musste er wieder arbeiten.
Also ruhig fahren, die Strecke genießen, und nach drei Tagen wieder in Klotten sein- zur Not den Track verlassen. Dieses Konzept gefiel mir gut. Ganz ohne Druck, dem Track treu zu finischen.

Ich hatte mich mit dem Track beschäftigt, wie ich es immer mache, jedoch war ich mir dieses Mal sehr unsicher, welchen Schnitt ich fahren könnte. Mal errechnete ich, das es durchaus möglich wäre, die 650 km in drei Tagen zu fahren; in jedem Fall käme es auf die Streckenbeschaffenheit an.
Irgendwo hatte ich gelesen, es gäbe überwiegend Waldautobahnen.....Aber da waren ja auch noch die 12 000 Höhenmeter.

Mein Streckenplan
Ich reiste mit dem Zug an. Die Züge waren mehr als voll, es war alles sehr chaotisch, aber am Ende war ich nur 40 Minuten später in Klotten , als geplant. Die aus dem Süden angereisten, hatten wohl mehr davon. Ich stieg eine Station früher aus, um nach der langen Fahrt noch ein bißchen die Beine zu bewegen. Am Gemeindehaus in Klotten gab es die Startnummern und ein Grill sollte dafür sorgen, dass wir beim gemeinsamen Treffen nicht hungrig blieben. Fleisch und Getränke sollten mitgebracht werden- Michael, mein Vereinskollege hatte das für mich besorgt. Dort angekommen, traf ich dann gleich Clausto, Michael, Gerhard aus Berlin und auch Alpi- Bernd hatte sich noch kurzfristig angemeldet. Das Alkoholfreie Bitburger war doch nicht so frei- das war aber ok. Es wurde kurz und laut das Wiedersehen gefeiert, bald verabschiedeten sich alle, um noch möglichst viel Schlaf zu bekommen. Der Gemeindesaal, in dem ich Matte und Schlafsack legte, war noch hell erleuchtet- hier noch kein Gedanke ans Schlafen. So spazierte ich noch zur Mosel und auf dem Rückweg kam ich an einer Kneipe vorbei. Hier setzte ich mich an den Tresen und bestellte einen Schnaps- was für ein Szenenwechsel. Wieder am Gemeindesaal war es dort nun dunkel und ich versuchte Schlaf zu finden.


weiter gehts im nächsten blog

Wer sein Surly liebt, der schiebt.

Nach einem unruhigen Schlaf, hatte ich mich schon vor dem Frühstück nützlich gemacht und in der Küche des Gemeindesaals die drei Kaffeemaschienen am Laufen gehalten; so saß ich an der Quelle.
An dieser Stelle möchte ich einmal Holger und seinen Helfern danken- sie haben sich richtig viel Mühe gemacht und eine große Veranstaltung ins Leben gerufen; der Gemeindesaal als Treffpunkt und Schlafgelegenheit, gemeinsames Grillen und Frühstücken- dies alles ehrenamtlich oder "Nicht-profitorientiert" finde ich erstklassig und hat seltenheitswert. Auch die Vorbereitungen, Homepage, Blog und Fahrerinformationen zeigten schon, dass Holger diese Veranstaltung mit viel Enthusiasmus und Herzblut ins Leben gerufen hat. Auch deshalb hatten sich wohl so viele Starter gemeldet und auch fast alle waren sie dann am Start. Treffpunkt hierzu war unten an der Mosel am Fähranleger.
Bis der Fährmann soweit war, wurden viele Fotos gemacht- auch aus der Luft.



Auf der gegenüberliegenden Seite gings dann los- zunächst relativ flach flussabwärts. Doch bald führte der Track uns auf einer langen Steigung durch den Wald in den Hunsrück hinein. Waldwege einige Singletrails- insgesamt alles gut zu fahren. Nach der ersten langen Steigung wartete ich auf Michael und Klaus- sie mussten dicht hinter mir sein. Jedoch hatte Klaus schon zu Beginn des Anstiegs den Reifen aufgeschlitzt; irreparabel wie Michael meinte. Ich wollte umdrehen, um zu helfen- jedoch überzeugte Michael mich davon, dass das nichts bringen würde. Das tat mir nun Leid, weil wir doch zusammen fahren wollten. So schnell war dieser Plan nun dahin. Telefonieren zwecklos- kein Empfang- und so rollte ich gemeinsam mit meinem Vereinskollegen weiter. Holger trafen wir oft mit seiner Kamera am Wegesrand und kurz bevor wir den Hunsrück in Richtung Cochem wieder verließen, hatten die Veranstalter noch ein zweites Frühstück aufgebaut. Das wäre zwar nicht self-supported- aber was sollte man sonst machen mit den vielen geschmierten Brötchen und Kuchen und alkfreien Bieren aus dem Gemeindesaal. Ich glaube, alle Teilnehmer fanden dies richtig gut und wünschten sich insgeheim mehr davon- bei mir war es jedenfalls so. Hinter Cochem begrüßte uns nun die Eifel- gleich mit einem richtig steilen Anstieg. Nicht fahrbar, befanden Michael und ich- Michael fuhr noch dank seiner kleineren Übersetzung und ich lief, nur so zum Spaß, locker an ihm vorbei.....dies überzeugte dann auch Michael davon abzusteigen. Ich bin ja der Meinung, dass man maximal 1/1 fahren sollte- auf keinen Fall kommt mir eine Untersetzung ans Rad, denn da ist schieben schneller. So fuhren, schoben wir unsere Räder durch die Vulkaneifel. Wunderschöne Landschaften und Trails- was fehlte war nur die Begleitung von Klaus, der inzwischen sein Rad nach Klotten zurückgeschoben hatte und dabei war , sein Rad zu reparieren. Auch hier war Holger zur Stelle, half mit einem neuen/alten Reifen aus. Als sein Rad wieder rollte, nahm Klaus nun die Abkürzung direkt nach Cochem und unsere Verfolgung auf. Klaus lag nun vielleicht 1,5 h hinter uns.
Wir hatten inzwischen erfahren, dass es in der Eifel außer wunderschöner Natur wenig gab- zwar fuhren wir durch kleine Orte- doch es gab weder Einkaufs- noch Einkehrmöglichkeiten oder Mobilfunkempfang. So waren wir froh irgendwann am späten Nachmittag Manderscheid zu erreichen, wo es ein Restaurant mit Pizza gab. Hier trafen wir weitere Fahrer. Als ich die Wirtin nach Netzempfang in diesem Ort fragte, lachte sie laut: "Meinen Sie Fischernetze?" Immerhin Humor gibt es hier- ich trug ja mein Trikot vom RV Endspurt Hamburg. Und auch die Pizza war gut.
Wir fuhren nun in den Abend und in den Liesetal-Trail hinein. Jetzt wurde es spannend. Es wurde wohl vorher schon viel darüber debattiert in der Whatts-App Gruppe- doch aus der hatte ich mich zwischenzeitlich abgemeldet. So fuhr ich hier ganz unvoreingenommen hinein. Wittlich war mein Ziel für den ersten Tag und auch dahin hatte ich versucht Klaus zu lotsen. Oh!, der Trail hatte es in sich.
Er wurde bald recht schmal mit einem beachtlichen Abhang zur linken Seite. Außerdem gab es immer häufiger Steinplatten und Absätze. Zunächst noch nahm ich dies als technische Herausforderung, den das mag ich ja beim Crossen. Vorderrad anlupfen- Hinterrad nachziehen- geschafft. Doch immer öfter musste ich erst einen Fuß dann beide absetzen, weil der Abhang mehr und mehr ins Bewußtsein drang. Erinnerungen an youtube-Videos! Und manche Passagen waren einfach nicht fahrbar- für mich, denn ich bin ja auch kein Mountainbiker und schon gar nicht ein  guter. Es gab Schutzhütten, wunderschön in den Hang hinein gebaut mit Ausblick in das Liesetal.
Perfekt als Schutz (Shelter) für die Nacht- doch leider noch zu früh, um sich hinzulegen. Es war ja noch nicht dunkel und wir waren ja auch mit Klaus in Wittlich verabredet. Schier endlos fuhren und schoben wir auf diesem Trail entlang doch irgendwann ging es runter ins Tal. Eine Wiese mit Spuren, der Fluss- doch wo ist die Brücke. Etwas abseits des Tracks fanden wir eine, jedoch zeigte die Karte auf Michaels Navi, dass der Weg auf der anderen Seite nicht in unsere Richtung führte. Es wurde dunkel.
Nun suchten wir auf dem Navi die nächstgelegene Straße, denn im Dunkeln diese Trails fahren, fanden wir nicht so attraktiv. Fehlanzeige. Gab es einfach nicht- wir waren in einem Tal, aus dem es wohl nur über Wanderwege ein Hinaus gab. Also los, bevor es ganz dunkel wird. Ich nahm Anlauf und durchfuhr den Fluß, der hier sehr flach war. Auf der gegenüberliegenden Seite, das sah man, wurde es etwas tiefer und den Hang würde man nicht hochfahren können. Also hoffte ich, dass ich, das Rad seitlich heranfahren und den linken Fuß trocken absetzen zu können. Ging leider nicht.
Michael hatte aber mehr Pech und das Rad kippte an der tiefsten Stelle um. So hatte er nun zwei nasse Füße- ich nur einen. Insgesamt sind wir aber gut rüber gekommen. Ich erinnerte mich an den Tuscany Trail:


"...So geht es ziemlich lange bis zum Fluss Orcia, der durchwatet werden muss. Seit heute morgen fahre ich mit trockenen Füßen, das will ich nicht ändern und ziehe Schuhe und Strümpfe aus....
Auf der anderen Seite geht es genau so steil wieder bergauf."

Auch hier geht es bald wieder steil bergauf- schiebend. Nun beginnt ein Trail, wo die Schiebepassagen gegenüber dem Fahren überwiegen. Es stellt sich bald als Problem heraus, dass unsere Dynamo- Lampen eine gewisse Drehzahl erfordern. Auch sind die Radschuhe nicht zum Bergsteigen geeignet, denn immer öfter gibt es jetzt Passagen mit Seilen zur Sicherheit, die an Klettersteige erinnern. Wollte ich schon immer mal machen- aber nicht so. Inzwischen ist es gänzlich dunkel. Das ist natürlich auch spannend- nachts durch den Wald sich durchzuschlagen. Gut, dass wir zu zweit sind. Denn ungefährlich ist das nicht, was wir hier machen. Dann nach einer ganzen Weile, wir haben wohl nur noch 4 km ungefähr bis der Trail eine Straße kreuzt, nach einer weiteren steilen Kraxelei, kommen wir auf eine Art Lichtung. Stimmen aus dem Dunkeln und Stirnlampen-Lichter laden uns ein. Ein Tisch, und auf den Bänken haben es sich Wolfgang und Tobi gemütlich gemacht. Michael beschließt sogleich, hier bleibe ich- keinen Meter mehr weiter. Ich komme erst garnicht dazu, darüber nachzudenken. Bis Wittlich wollte ich, wegen des Morgenkaffees und weil ich mit Klaus verabredet bin. Ein Wunder- es gibt Netz. Ich telefoniere mit Klaus, der auf dem Weg zurück nach Klotten ist. Alles klar- hier bleibe auch ich. Wolfgang und Tobi machen den Tisch frei und dies wird mein Ruhelager. Michael liegt schon längst in seinem Schlafsack. Es raschelt und knistert- der Wald ist voller Tiere.... Ich liege eine ganze Weile so da und schaue in den Sternenhimmel. Ganz still ist es jetzt. Mehrmals werden wir geweckt- andere Fahrer schieben ihre Räder durch die Nacht.
Erst kurz vor sieben- es ist längst hell werden wir wach. Michael und ich haben schnell unsere Sachen verstaut und sind startklar. 










Dienstag, 17. September 2019

Die Suche nach der Bratwurst

Was folgt sind 15 km ohne Kaffee!
Bevor wir unser Nachtlager im Wald verlassen, schaue ich noch auf den Tacho- einen Schnitt von 11 km/h brutto sind wir gestern gefahren. Klar war mir gestern schon recht früh geworden, dass ich diese Runde unmöglich in drei Tagen fahren könnte- ich musste ja nur den Schnitt hochrechnen.
In Wittlich fanden wir bald einen Bäcker, bei dem wir ausgiebig frühstückten. Ich schrieb Holger, per SMS wo wir waren und er antwortete, wir hätten nun die harten Trails  hinter uns- jetzt käme was Schönes geteertes zum Rollen. Teer wollten wir eigentlich nicht, jedoch das "Rollen" tat jetzt richtig gut. Eine alte Bahntrasse, 14 km lang, leicht ansteigend- das macht richtig Spaß- Tunnel und alte Viadukte sorgen für Abwechslung. Kurz vor Laufeld sind meine Flaschen leer- ich hatte vergessen sie aufzufüllen. Wasser, sogar aus Flaschen von Aldi, bekommen wir von einem Anwohner. Die Eifelaner sind freundliche Menschen- wir kommen ins Gespräch. Heute sollten wir noch einige kennen lernen.  Anschließend gehts hoch wieder durch Manderscheid. Relativ einfach sind wir heute also wieder dort, wo wir gestern in den Liese-Trail eingestiegen sind. Man kann hier also auch mit dem Rad herfahren, denke ich.
Es ist nun richtig heiß geworden und mir fällt ein, dass ich unbedingt in einem Maar schwimmen möchte, wie ich es vor ca. 40 Jahren einmal tat- vielleicht wäre es ein Jungbrunnen. Michael bekam schon wieder Hunger und redete von Bratwurst. Meerfeld war nun nicht mehr weit- dort wollten wir pausieren. Zunächst noch eine Runde um das Maar- dann fanden wir eine öffentliche Badestelle.
Herrlich, so ein Bad- glasklar ist das Wasser. Wir schwimmen ein paar Züge und sonnen uns anschließend auf der Wiese. Ich erzähle vom Schwimmen in der Warnow, kürzlich, bei meinem ersten Olympischen Triathlon.
Nun war mir klar, dass ich aus den drei Tagen, die ich mir Zeit nehmen wollte, um die Eifel zu erkunden, dass daraus würde, was ich wollte und das war sicher kein Rennen mehr. Der Brutto- Schnitt war jetzt einstellig!
Mir kam die Idee in Ripsdorf, dort wo sich Track 2 und 4 kreuzten auf den Rückweg zu gehen. Denn die Nordschleife des Nürburgrings wollte ich unbedingt fahren.
Michael wollte erst am Morgen des dritten Tages entscheiden.
Von der Badestelle aus führte uns der Track wieder bergan in den Wald. Eine Bratwurst hatten wir hier nicht gefunden und so machten wir uns auf, diese zu suchen. Es gab einige kleine Orte bis Gerolstein- bei nächster Gelegenheit müssten wir was finden: Schutz und Niederstadtfeld- Fehlanzeige. In Wallenborn fanden wir immerhin einen Geysir, Brubbel genannt. Das gleichnamige Landhaus hatte geschlossen- es ist Montag in der Eifel; offensichtlich ein Feiertag!?
Hier fanden wir einige Holländer, die auf den Brubbel warteten und einen Kiosk mit Eis am Stil.
Das Warten dauert maximal 35 Minuten und die wären nun fast um. Eine willkommene Pause.

Auf der Suche nach der Bratwurst hatten wir nun manches Mal den Track verloren.
Von Wallenborn führte später eine asphaltierte Straße durch den Ort Salm- auch hier keine Bratwurst- also dann in Gerolstein, zur wohl größten Stadt hier in der Nähe führte diese Straße und wir blieben einfach drauf und hatten eine herrliche Abfahrt- mit über 50 km/h flogen wir hier auf breiter kurviger Straße hinunter, ohne einmal zu bremsen. Einfach nur schön. In der FUZO trafen wir einige andere Fahrer, die sahen ganz schön fertig aus und da hatte ich ein kleines schlechtes Gewissen aber auch das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Als Wolfgang und Tobi ankamen, gestanden wir dann auch unsere Trackuntreue. Wir wechselten noch schnell den Schlauch an Leonas Vorderrad und nahmen dann unsere Suche wieder auf. Da die Mittagszeit schon vorüber war, es war inzwischen 16:00 Uhr (km 85), fanden wir lediglich einen Dönerman. Alternativ hatte ich Lust auf Nudeln, doch als ich den Laden von innen sah und es hier drin ca. 50 °C hatte, entschied ich mich für eine Pizza.
Damit, so dachte ich, könnte ich am wenigsten falsch machen. Ich musste unwillkürlich an die Microwellen-Nudeln in der Toscana denken. Doch die Pizza schmeckte mir- wir saßen draußen und es ging uns gut. Auch hatte ich beim Auffüllen der Flaschen auf der Toilette später kein gutes Gefühl.

Gut gelaunt mit vollem Bauch fuhren wir hinaus aus Gerolstein. Wir gelobten uns Tracktreue. Kaum, dass wir Gerolstein und den Asphalt verlassen hatte, eine Burg und hinauf führte ein Wanderweg. Nicht fahrbar- also schoben wir mal wieder- auch hinunter mussten wir einige Male absteigen.....Och nööö! und unten angekommen, stellten wir fest, dass man diesen Hügel ganz einfach hätte umfahren können.

Es war ja immer noch sehr heiß. Nun folgte ein ständiges Auf und Ab, über jeden Hügel der Landschaft führte der Track und immer wieder mussten wir schieben oder hatten einfach keine Kraft und Lust mehr die steilen Rampen hoch zu drücken. Technisch waren die Trails jetzt nicht mehr so anspruchsvoll.
Gegen Abend sah ich mich dann eher in einem Biergarten sitzen, kühles alkfreies Bier, ein gutes Essen und Feierabend.....das sagte ich dann auch zu Michael, der die Idee wohl auch nicht schlecht fand. In Berndorf schauten wir auf der Karte nach dem nächsten größeren Ort und dann nahmen wir den direkten Weg dorthin. Im Ort ein Brunnen. Es war 20:00 Uhr und immer noch sehr heiß- so kühlten wir unsere Köpfe, indem wir sie in den Brunnen tauchten.
Ein Anwohner begrüßte uns freundlich- wir fragten nach dem Biergarten. Ja, es gäbe einen in Kerpen- der Ortsname kam mir irgendwie bekannt vor: Boris Becker oder Schumacher??
Doch der der Biergarten hätte zu am Montag- der nächste Supermarkt in dem man Bier kaufen könnte, war Hillesheim- da kamen wir gerade her und war ca. 8 km entfernt. Er muss unsere enttäuschten Gesichter gesehen haben und bot uns an,  Flaschenbier aus seinem Keller mitzunehmen. Ich folgte ihm sogleich, eins oder zwei pro Person stand zur Wahl- da war ich dann nicht so bescheiden. Ganz in der Nähe wäre ein kleiner Stausee- dort würden wir bleiben, Bier trinken und den Schlafsack ausrollen.

Und so machten wir das dann; wir fanden einen schönen Platz mit Tisch und Bänken und bereiteten unser Nachtlager. Beim Bier redeten wir darüber, was wir am Tag erlebt hatten, denn der ging gerade mit den letzten Sonnenstrahlen zu Ende. Zwei Dinge fallen mir dabei gerade ein, die ich noch nicht erwähnt hatte. Ein weiteres Mal wollte ich Michael zeigen wir man "dynamisch" einen steilen Berg hinunter fährt, der zudem noch bestückt ist mit losen Ästen, Stöcken. Der Lenker stellte sich quer und ich ging über den Lenker, rollte mich, wie Michael meinte richtig "dynamisch" ab und verletzte mich nicht- nicht mal ein Kratzer. Glück gehabt- weiter unten- kurz und steil mit einer dicken Wurzel brach mein Randonneurchen ab. Das sah schon schlimmer aus. Nachdem wir feststellten, dass wir dieses hier nicht reparieren konnten, die entscheidende Schraube war aus der Befestigung an der Sattelstütze weggebrochen, wollte Michael, der einen Gepäckträger hatte, auch mein Gepäck noch tragen. Das wäre gegangen, jedoch hätte ich kein gutes Gefühl dabei gehabt. Zum Glück stand wenige Meter weiter ein Camper aus Essen. Er hatte ALLES dabei. Eine passende Scheibe und schon war der Schaden behoben. Wieder Glück gehabt.

Wieder schlief ich auf dem Tisch, schaute in den Sternenhimmel, bis ich einschlief.
Doch diese Nacht sollte nicht so schön werden, wie die erste Nacht im Wald.

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Montag, 16. September 2019

Die Qiddelbacher Höhe

War ich wirklich eingeschlafen- jedenfalls lag ich bald wieder wach und mir wurde zunehmend übel.
Nicht schön. Musste gleich an den Tuscany Trail denken und an die Pizza vom Dönerman. Ohje!
Im Nachhinein, weiß ich nicht, woran es gelegen hat; die Pizza, die Hitze und Anstrengung des Tages und obendrauf noch das Bier - das alles wollte mein Körper jetzt nicht mehr.....

Ich musste also meinen Schlafsack verlassen und das Übel meinen Körper- hinterher fühlte ich mich einfach nur leer.....

Dann schlief ich auch ein, bis ich wiederum aufwachte, weil es jetzt richtig kalt geworden war. Ich fror. Gar nicht so schön, wie im Wald in der vergangenen Nacht. Zum ersten Mal musste ich nun meine Ultralite Biwaksack Rettungsdecke ausprobieren. Mir wurde sofort warm und ich konnte weiterschlafen. Funktioniert super- nur war am morgen alles nass. Der Schlafsack voll gesogen, wog nun sicher ein Kilo mehr....

Wir biwakierten auf der Sonnen abgewandten Seite und die würde sobald nicht wärmen oder trocknen. Also alles schnell zusammen gepackt und weiter. Wieder ohne Kaffee.
Auf die Straße in Richtung Track 4, denn wir hatten abends noch beschlossen, so auf den Rückweg nach Klotten zu gehen. Auf jeden Fall wollte ich zum Nürburgring, wo ich schon 1971 und dann 2011 zum 24 h Rennen war.


Wir füllten noch unsere Flaschen am Brunnen und stellten die Pfandflaschen vor die Haustüre des freundlichen Eifelaners. Der nächste größere Ort war Ahütte, aber auch hier, wie in fast jedem Ort der Eifel Fehlanzeige. Och nöö! Doch als ich mich umdrehte, um weiter zu fahren, entdeckte ich an der Kreuzung die Kantine des Wotan Zement- und Müllerkalk Werkes . Michael und ich fühlten uns hier schnell richtig wohl. Belegte Brötchen und Kaffee, gleich zweimal hintereinander, in einer Kantine, die mich an Tschechien erinnerte.


Ein LKW Fahrer erzählte, dass er täglich 600 km zurücklegt- unglaublich- wahrscheinlich so unglaublich, wie für manch einen, wenn wir von unseren Strecken auf dem Rad berichten.
Als wir los fuhren, hupte er zum Abschied.
Bald kreuzten wir den Track, auf dem wir nun zum Nürburg Ring und weiter nach Klotten fahren wollten. Wir stoppten und schauten in den Wald und nach oben.....da hinauf führte ein kleiner Wanderweg so steil bergan, dass wir hätten schieben müssen. Wollte ich nicht- also weiter auf der Straße- da rollte es, bis zur nächsten Kreuzung mit dem Track, der immer parallel, aber durch den Wald verlief. An der nächsten Trackkreuzung ging es steil bergab hinunter in ein Tal- am Ende wohl eben so steil wieder rauf. Es ging nicht- mein Körper, der Geist streikte....Michael hätte wohl gewollt und auch gekonnt, jedoch ich fühlte mich einfach schwach. Ich überredet Michael, bis zum Ring auf der Straße zu fahren und dort auf den Track, der wohl auf der MTB- Strecke der Nordschleife verlief.
Diesen Trail wollte ich auf gar keinen Fall verpassen. Nach einem Fotostopp, wollte ich noch einen Kaffee und dazu bestellte ich ein Rührei- das sollte das letzte bleiben, was ich noch essen konnte, bis ich wieder in Klotten war. Magen und Darm waren immer noch sehr empfindlich und meinten, es geht nichts mehr....
Dann ab auf die Nordschleife. Spannend. Zunächst auf breiter Schotterpiste, dann auf Trails, auch steil aber alles fahrbar über Wurzeln. Und immer dicht entlang an der Rennstrecke. Mercedes AMG Sicherheitstraining. Schon interessant. Ich finde das ok. Hier gehören sie hin, die Raser- quasi ein Spielplatz zum Austoben.
Hatzenbach, Hocheichen, Quiddelbacher Höhe,Flugplatz, Schwedenkreuz, Ahrenberg und Fuchsröhre, und so bis wir in Adenau noch eine Pause beim REWE einlegen.
Ich friere, fühle ich mich gar nicht wohl und kann weder essen noch trinken.
Michael scheint es dagegen sehr gut zu gehen und ich beschließe, von nun an auf der Straße nach Klotten zurück zu fahren. Bis zur Hohen Acht bleiben wir noch zusammen, jedoch fahre ich nur noch kraftlos hinterher und Michael muss warten. Oben angekommen trennen wir uns dann- so ist es richtig. Michael fährt nun tracktreu die letzten 90 km bis Klotten und ich bleibe auf der Straße.
Gleich ist auch der Druck weg und ich kann mehr entspannt, mein eigenes, sehr langsames Tempo fahren. Da ich weder Track noch Karte habe, fahre ich nun nach Himmelsrichtung und Gefühl.
Ständig geht es rauf und runter durch Orte in denen es nichts gibt, außer schönen Häusern, einer Kirche und einem Friedhof. Einmal gibt es einen Brunnen,leider ohne Trinkwasser, an dem ich mich erfrische. Ich lege mich auch kurz in den Schatten, denn ist ist wieder sehr heiß in der Mittagszeit.
Doch bald fahre ich weiter, weil ich denke, ich würde sonst nicht mehr weiter kommen, nachdem ich erst einmal geschlafen habe. Flaschen und Magen sind leer- ich frage, in einem Ort danach, wo man denn wohl einkaufen könne. In Kaisersesch, dorthin führt ja auch der Track, das wusste ich noch.
"Da müssen sie aber ganz den Berg rauf"- der Berg war dann nicht so schlimm aber mir taten die Jugendlichen leid, die hier wohnten und nicht motorisiert sind. Ins nächste Tal, in die nächste Stadt zu kommen, führte immer erst "ganz den Berg hinauf!"
In Kaisersesch war ich dann einkaufen- flüssige Nahrung, die ich aber auch nicht mehr trinken mochte. Also nahm ich die letzten, überwiegend abfallenden 12 Kilometer bis zur Mosel in Angriff.
Der Track endete am Bahnhof, also ganz unten- hier reservierte ich mir gleich ein Zimmer und hoffte nur, dass ich, um zu Holger zu kommen, nicht wieder den Berg hinauf fahren müsste.
Das war dann zum Glück nicht der Fall. Alpi- Bernd war auch noch da, Michael traf, wie erwartet ca. 3 h nach mir ein, und so trafen wir uns abends noch alle in der Pizzeria. 
Die ersten beiden Finisher waren auch schon im Ziel.
Ich hatte den Eifel Graveller, wie geplant, nach drei Tagen beendet, hatte viel erlebt, viel gesehen und am Ende ein gutes Gefühl.


Freitag, 13. September 2019

HALARA

HaLaRa, Langstreckentouren, von Burkhardt im Jahre 2000 ins Leben gerufen, sind eine Ergänzung zum bestehenden Angebot für Langstreckenfahrer. 2000- 2003 gab es für Teilnehmer Jahresberichte, Urkunden und eine Jahreswertung. Leider schlief dieses Angebot dann mangels Beteiligung langsam ein, bis am Ende nur noch drei Fahrer es nutzten und Burkhard keine Lust mehr hatte, immer gleiche Urkunden auszustellen. Doch HaLaRa ist und war bis heute nicht verschwunden. Aus der B-Tour Hamburg-Berlin entwickelte sich das Einzel- und Mannschaftszeitfahren Hamburg Berlin mit 300 Teilnehmern. Der Audax-Club SH fährt jedes Jahr Anfang März nach List (A- Tour HH-List).
Hamburg- Flensburg wurde in diesem Jahr erstmalig wieder gefahren und die MTB- Touren zum Wilseder Berg und zum Lübecker Weihnachtsmarkt ( hier noch ein Bericht) sind nach wie vor Tradition. Aus Rund Hamburg ist ein vom RV Endspurt organisierter, jährlich stattfindender, Brevet geworden. Und Michael erzählte mir von seiner Tour nach Görlitz.
Ludger, Jochen und ich wollen nun HaLaRa wieder beleben mit einer eigenen Seite, mit Urkunden, Jahresbericht und Jahreswertung und vielleicht auch mit einem Pokal für Die-/Denjenigen mit den meisten Jahreskilometern als Anreiz.
Noch ist es eine Absichtserklärung.  2020 soll wieder ein HaLaRa- Jahr werden.

Mehr über HaLaRa findet man aktuell hier. > http://www.harms-sh.de/

Montag, 5. August 2019

Eifel-Graveller



In diesem Jahr kein Super- Brevet, weder PBP noch sonst wo, dass stand im letzten Jahr relativ schnell fest, nachdem ich Alpi4000 gefahren war. Darauf wollte ich mal ein Jahr pausieren- andere kleinere Ziele würde ich mir setzen. Diese waren dann auch schnell gefunden. Zum einen die Ortler- Runde, ein Brevet, der u.a. über den Stelvio führt, und ein Bikepacking Abenteuer abseits der Straßen sollten es werden.

Bikepacking Abenteuer gibt es ja inzwischen jede Menge hier in Europa- dazu muss man nicht mehr nach Iowa fliegen.
Meine Wahl fiel auf den Eifel-Graveller- bei der Ankündigung war mein Interesse gleich geweckt. 
Die Eifel habe ich landschaftlich in guter Erinnerung- Kindheits-und Jugenderinnerungen aber auch 2011 unser Kurzurlaub rund um "Rad am Ring"
Holger, der Veranstalter ist mit sehr viel Enthusiasmus und Herzblut dabei, diese 1. Veranstaltung zu organisieren. Nun fragt er nach meiner Motivation dort zu starten, weil er auf seiner Seite eine Rubrik über die Fahrer und ihre Ausrüstung "Rigs and Rider" veröffentlicht.
Dazu hatte ich hier in meinem blog mal etwas geschrieben und dies ist nach wie vor aktuell:
Kurz gesagt:
Erstens macht Brevet- Langstrecken- Fahren Spaß.
Zweitens macht Crossen Spaß.
Zieht man nun eins und zwei zusammen, erhält man doppelten Spaß.

Und hier noch die Eckdaten der Tour:
Ja, ich bin bereit, mich dem 
zu stellen.

Samstag, 3. August 2019

Tour d´ Ortles






















Die Tour d Ortles ist ein vom Athletic Club Merano organisierter, nicht profit-orientierter Audax Italia Brevet. Es geht über vier Pässe rund um den Ortler (3905 m.ü.NN). Das Höhenprofil kann sich sehen lassen und muss den Vergleich mit Ötztaler und Co nicht scheuen. Oben auf dem Stelvio, dem zweithöchsten asphaltierten Pass der Alpen, sollte man sich gut überlegen, wo man nun herunter fährt. Denn hier ist quasi schon nach 77 km ab Meran der sogenannte "point of no return" ;-)

Natürlich sind wir nicht hierher gefahren, um "nur" den Stelvio- Pass zu fahren. Normalerweise folgt darauf der Passo Gavia, aber der war immer noch gesperrt und so fuhren wir, wie auch schon die Profis beim Giro, in diesem Jahr den Mortirolo. Beide kannte ich noch nicht- beide gehören wohl zu den schwersten Anstiegen, die die Alpen zu bieten haben.

Wir, das sind Clausto und Jochen aus SH, die auch den Stelvio von der Alpi4000 kannten und Bernd aus Bayreuth- auch ein Alpi- Veteran. (siehe Bericht aus 2018)
Und darum ging es: den Stelvio einmal hoch fahren, ohne vorher 1500km Anlauf zu nehmen.
Im letzten Jahr fuhr ich hier mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,6 km/h hoch.
Nach einer kleinen Schlafpause vor einem Hotel in Gomagoi, allerdings ohne weiteren Stopp!
(Brutto: 5,7 km/h)
Angereist waren wir ganz entspannt mit der Bahn am Freitag. Direkt neben der Anmeldung und Startnummernausgabe gibt es einen Campingplatz mit Pool. Hier trafen wir auch Bernd.

Am Samstag morgen um 5 Uhr war es fast hell. Ca. 150 Fahrer warteten auf den Startstempel- doch den gab es dann doch nicht, wie angekündigt- wir sind eben in Italien, auch , wenn man es sonst hier in Südtirol kaum merkt. Die Strecke führt zunächst auf den schon bekannten, gut ausgebauten Vinschgau- Radweg entlang der Adige hinauf. Die Adige führt eisiges Wasser und lässt uns leicht frösteln. Am Start war es schon relativ warm gewesen, so dass wir alle kurz/kurz starteten. Überhaupt waren die Wetterprognosen mehr als gut und so ließen wir die Regensachen im Zelt. Nur gegen Abend konnten wir vielleicht mit etwas Gewitter rechnen- dann wären wir aber schon fast im Ziel und es würde uns nicht allzu sehr stören nass zu werden.
Das Tempo war gleich zu Anfang recht hoch- wir jedoch wollten genießen- die Tour ruhig angehen.
Jochen und ich, die wir uns noch hatten etwas mitreißen lassen, warteten später aber dann auf Clausto, der sich tatsächlich ganz am Ende des Feldes befand. Warum nicht mal von ganz hinten starten. Bernd war weiter vorne und wollte sich dann am Stelvio von uns überholen lassen.
Diese Position sollten wir dann tatsächlich, wider Erwarten behalten. Es waren starke Fahrer hier- das merkten wir bald.
Am Fuße des Stelvio wollte ich noch einen Kaffee trinken.  Jochen und Clausto wollten nicht vor der Passhöhe am ersten Kontrollpunkt stoppen. Fühlten sie sich schon durch unsere Position im Feld unter Druck- wir wollten doch eine Kaffeefahrt machen!?
Nun hielt auch ich meine Pause bewusst kurz und saß nach 9 Minuten wieder auf dem Rad.
Die Beiden wollten mich erst oben wiedersehen- ich jedoch hatte gesagt, wir sehen uns im Anstieg wieder.....
Nun fuhr ich also rasch weiter. Ich überholte ein Päärchen, die für ihren verstorbenen Freund Lorenzo fuhren, wie auf einem Schild auf dem Rucksack zu lesen war. Ich war ergriffen, grüßte und musste an meinen Freund Heinz denken. Ich würde für ihn die 49 Kehren des Stelvio hoch fahren.
Ich fuhr ungefähr eine Stunde, vorbei an dem Hotel in Gomagoi, wo ich dieses Mal nicht schlafen musste, und dann sah ich Clausto vor mir. Bald konnte ich aufschließen. Wir fuhren eine Weile zusammen, dann musste ich mal kurz stoppen und den Kaffee rauslassen- konnte wieder aufschließen und irgendwann, wir waren nun schon in den Kehren, fuhr ich an Clausto vorbei. Bisher war ich zügig unterwegs- doch dann, etwa 4 km vor der Passhöhe, ging plötzlich nicht mehr viel. Gegessen hatte ich regelmäßig- ich denke es war die Höhe, dir mir zu schaffen machte. Ich versuchte durch eine beschleunigte Atmung auszugleichen, doch das half wenig. Ich hatte das Gefühl auf der Stelle zu stehen. Dann fuhr auch Clausto zügig an mir vorbei. Ich fuhr nicht zum ersten Mal in dieser Höhe- hatte das aber noch nicht erlebt.
Am Kontrollpunkt angekommen, traf ich die anderen drei wieder. Hier oben war die Hölle los.
„Höchster Rummelplatz Europas“, hatte ich bei Qüaldich.de gelesen. Auch bei der Auffahrt nervten schon die vielen anderen Verkehrsteilnehmer und ich war froh, im letzte Jahr in der Nacht gefahren zu sein- nur zwei Autos und drei Motorräder teilten mit mir die Nacht beim Finale der alpi4000 und oben war alles still gewesen. Was für ein Glück hatte ich doch.
Heute lag dafür der Fahrschnitt bei 9,34 km/h- (und 9,28 km/h icl. Pipipausen)
Die Verpflegungsstelle lag etwas abseits des Rummels und bot reichlich zu essen und trinken.

Die Abfahrt teilten wir dann wieder mit vielen Motorrädern und einer Oldtimer- Rally.
Schöne Autos aber leider stinken sie gewaltig. Und wir können nur sehr schwer überholen. Die Hände schmerzen vom Bremsen. Immerhin es ist nicht so eisig kalt, wie im letzten Jahr.
In Bormio treffen wir uns und fahren gemeinsam recht zügig gegen den Wind hinab bis wir kurz vor Grosio (km120) den vorerst tiefsten Punkt erreicht haben.
Nun folgte der bekannt harte Anstieg auf den Mortirolo- Pass. Hierzu hatte ich meine Übersetzung vorher noch angepasst. 34/32, sollten reichen und reichten auch. Ruhig versuchte ich den Anstieg mit möglichst kleinen Gang hochzukurbeln. Prozentzahlen um 16/18% über längere Passagen, verlangen jedoch richtig viel Kraft. 1h 47 min und ich habe die 14 km mit 1200 Hm geschafft. Jochen, der sehr stark fährt wartet schon auf mich und gemeinsam warten wir dann auf die anderen beiden.
Freudig überrascht treffen wir hier Alberto, den wir im letzten Jahr vor dem Start von Berlin-Wien-Berlin in der Tiergartenquelle trafen und kennen lernten. Freudig begrüßte er auch Clausto mit den Worten: "Ich bekomme seit Wien immer Werbung vom Flixbus"- Wie peinlich! (Bericht)
Hier hinauf fuhren auch die Profis im Mai beim Giro im strömenden Regen- mir sind noch die Bilder vom zitternden Sieger Ciccone in Erinnerung. Die Namen stehen noch auf der Straße und später fahren wir die gleiche Abfahrt, die gleiche Anfahrt auf Ponte di Legno. Dort war dann das Ziel des Giro- für uns bedeutete dieser Ort der nächste Anstieg zum Passo Tonale.
Warum wir uns hier uneinig über den zu fahrenden Track wurden, weiß ich nicht. Jedenfalls war ich so mit mir beschäftigt, dass ich keine Lust auf Diskussionen hatte und einfach drauf los fuhr.
Wir stießen hier auf den ursprünglich. vom Gavia-Pass hinunter kommenden Track. Ich jedenfalls wollte nicht in diese Richtung. Jochen, Klaus und ich teilten uns oben am 3. Kontrollpunkt die letzte Flasche Wasser. Am Mortirolo waren nicht mehr viele hinter uns und hier war die Verpflegung schon leergeräumt. Auf Bernd warteten wir hier nicht, weil, wie Clausto meinte, er irgendwo angehalten hätte , um zu pausieren. Eine herrliche Abfahrt wartete auf uns. Nur manchmal bremsten uns langsam fahrende PKW etwas ein. Weiter unten, als es schon nicht mehr so steil war, überholte eine größere Gruppe mit höherem Tempo, an die wir uns anhängten. Wir erkannten Startnummern. Wir waren also doch noch nicht die Letzten gewesgen. Bernd, der ein guter Abfahrer ist, war wohl am Passo Tonale doch nicht so weit weg gewesen. Er berichtete später, dass er unseren Zug gesehen und versucht hatte, auch zu uns heranzufahren. Doch als es flacher wurde, hatte er als Einzelfahrer keine Chance gehabt. Es gab einige kleine Anstiege- nicht einmal 2%- aber doch merkte ich deutlich, dass ich dieses Tempo nicht lange mitfahren konnte. Und so waren wir bald wieder zu dritt und wenig später waren Clausto und ich zu zweit. Wir wollten Jochen nicht länger bremsen und ließen ihn ziehen. (Hätten wir eine Wahl gehabt?) Ich merkte, als nun nach mehr als 200 km der letzte Anstieg zum Passo Palade (Gampen) begann, meine Beine so langsam leer gefahren waren. Diesen Pass kannte ich nun auch schon aus dem letzten Jahr und wusste, dass er nicht sehr steil war.
Das Wetter hatte sich inzwischen verändert und das angekündigte Gewitter war nun schon zu hören- auch der Himmel wurde immer dunkler. In Brez kurz vor Fondo begann es dann zu regnen.
Am Ortsende sah ich eine Käserei- hier konnten wir uns unterstellen. Als der Regen dann heftiger wurde, gingen wir in den Laden, kauften uns einige Milchprodukte. Die waren jetzt sehr köstlich. Die Bedienung brachte uns Stühle. Wenig später kam Bernd zur Türe hinein, schon völlig durchnässt. Er wollte dann auch bald weiter, um nicht zu frieren. Wir warteten bis der Regen vorbei gezogen war und der Himmel schon wieder aufklarte.
Der letzte Kontrollpunkt war dann auch erreicht und nun folgte die rasante Abfahrt über Lana nach Merano, die ich ja schon kannte. Unten im Tal war es trocken und immer noch sehr warm.
Wir erreichten das Ziel noch im Hellen- und somit auch unser selbst gestecktes.
Sehr schön, diese Ortler- Runde. Auch anspruchsvoll.
Dies feierten wir dann noch ein wenig, bevor wir ins Zelt in unsere Schlafsäcke fielen.
Am nächsten Tag fuhren wir dann wieder entspannt zurück.

Montag, 18. Februar 2019

Rund um das Dorf Berlin- 16.02.19

Es ging um das Dorf Berlin, um Berliner, darum, sich die nötigen Grundlagen für den ersten Kieler Brevet zu verschaffen und um in geselliger Runde auf dem Rad Spaß zu haben.
"Bevor die Saison beginnt, schon mal richtig in die Pedale treten", hatte ich angekündigt.Für fast alle war es wohl einer der ersten Rennrad- Touren in diesem Jahr.
Ich hatte mir vorgenommen nach ca. 8,5 h im Ziel zu sein und mich dabei nicht kaputt zu fahren.
Wegen der guten Wetterprognosen hatten sich reichlich Fahrer gemeldet, auch einige Vereinskollegen aus Hamburg. Aber zur Zeit geht wohl eine Grippewelle um und so waren wir dann am Ende "nur" 10 Starter. Es waren die üblichen Verdächtigen und es würde schnell werden - ich wollte mich zurückhalten. Mit Burkhard habe ich mal im Ziel von HH- Berlin diskutiert warum Rückenwind anstrengender ist. Am Samstag nun endlich der Beweis, dank Aufzeichnung meines etrex10.
Kellinghusen lag so ziemlich in der Mitte der Strecke und bis hierher hatten wir bei einer Windstärke 3 bft aus SW einen Schnitt von knapp 28 km/h. Auf dem Rückweg hatte ich nur noch knapp 25 km/h auf dem Tacho.
"Es wird vorab ein Track verschickt oder hochgeladen- nach dem wird in brevetüblicher Form gefahren"....

"Brevetüblich", was versteht ein Nichteingeweihter Radfahrer darunter.
Wir starteten zu zehnt pünktlich am Schloß Eutin. Am Ortsausgang waren wir nur noch zu acht und wenig später hatten sich drei Fahrer  schon mit einer kleinen Distanz abgesetzt. Ich fragte noch, ob wir auf die zwei warten wollten, jedoch war sich das Peloton einig, das hätte dann sowieso nicht lange Bestand.
Die Frage, ob wir Fünf zu den Dreien aufschließen sollten, verneinte ich dann wiederum- ich dachte, die würden schon noch rausnehmen- ich wollte nicht jetzt schon Löcher zufahren. Sie nahmen nicht raus und erst drei Orte, knapp 8 Kilometer weiter, standen dann zwei Fahrer mit einem Platten. Wir warteten. Bis die beiden Fahrer aus Eutin uns überholten, dauerte es eine Weile und mein (Veranstalter-)Gewissen beruhigte sich etwas. Ein Fahrer also vorneweg- wir würden ihn heute nicht mehr sehen. Die anderen beiden überholten wir sieben dann auch wieder. Ich hatte breite Landstraßen ausgesucht, so wie ich es mag, und mit wenig Verkehr. Es rollte gut- auch wenn der Wind

deutlich zu spüren war. Die Kleiderfrage war nicht einfach gewesen, denn am Start hatten wir nur wenig über 0 Grad und im Laufe des Tages sollte es zweistellig werden. Ich hatte mich für wenig Kleidung entschieden und so kam mir das hohe Tempo entgegen. Kurz hinter Bad Segeberg, kam uns Knut entgegen, der seinen Vereinskameraden suchte. Da ich ihn lange nicht gesehen hatte, freute ich mich sehr- er fuhr aber nur kurz mit uns. Vermutlich war es ihm zu ruhig- tatsächlich drehte er dann wieder und sucht auf dem Track weiter und wurde auch fündig, wie Morten nachher schrieb.
Ja, wir fuhren tatsächlich relativ ruhig in Einer-Reihe bis Hartenholm (km70), wo es beim Bäcker dann die Berliner- Variationen zum Ausprobieren gab.
Eine halbe Stunde pausierten wir hier- dann ging es mit unvermindertem Tempo weiter.
Es gab dann noch ein Pave´ als Abwechslung und schon bald waren wir in Kellinghusen, dem Wendepunkt. Da die Strecke nun nach NO führte, bedeutete dies Schiebewind und für mich Leiden.
Ich kannte das schon- bei Gegenwind kann ich immer, auch bei hohem Tempo, mithalten und auch führen- bei Rückenwind wird es anstrengender. Das Tempo jagt gleich in die Höhe (35+).
Doch dieses Mal habe ich nicht lange gelitten- ich musste gleich reißen lassen. Thomas hat wohl nicht aufgepasst, und schon war die Lücke da. Er versuchte noch aufzuschließen.
Gut, noch 100 km, die ich alleine fahren würde. Da hilft dann der Rückenwind und ist willkommen.
Ich finde schnell mein Tempo und genieße die Landstraßen bei strahlendem Sonnenschein.
Ob Thomas es noch geschafft hat ran zu kommen?
Beim EDEKA in Einfeld (KM140) treffe ich Racing Ralf. Er hat sich wohl von der Gruppe verabschiedet, als das Tempo für längere Zeit über 40 ging. Thomas hatte er nicht gesehen- er ist wohl am EDEKA vorbei gefahren, weil dieser etwas abseits des Tracks lag.
Da die zwei Preetzer hinter Neumünster sowieso den Track verlassen wollten, da sie schon morgens mit dem Rad anreisten, befanden sich jetzt nur noch Benno und Henning in der direkten Verfolgung
auf Bernd. Danach folgte Thomas. Ralf und ich fuhren gemeinsam ein kleines Stück, jedoch stellte sich bald heraus, dass auch er mir nun zu schnell war.
Morten hatte Knut noch getroffen, der ihn noch bis Neumünster begleitete, nachdem sie Andreas in Kaltenkirchen zur Bahn gebracht hatten und kam letztendlich auch alleine um kurz nach 20 Uhr ins Ziel.
Ich denke jeder hatte seinen Spaß- zumindest bekam ich diese Rückmeldung im Nachhinein über die sozialen Medien.
Am Tag darauf diskutierte ich mit Burkhard, ob und wie das brevetübliche Fahren sich verändert hat oder nicht. Beide kennen wir ja auch noch die Zeiten, in denen ohne GPS- Gerät gefahren wurde- so alt sind wir schon.

Donnerstag, 6. September 2018

Gianni Motta Vintage Rennrad zu verkaufen

Zunächst nur für Leser meines Blogs, biete ich mein 1983er Gianni Motta zum Kauf an.
 
 

Gianni Motta, Giro- Sieger 1966, baute nach seiner Profikarriere hochwertige Räder mit super leichten Stahlrahmen Rohrsatz (Columbus SL).

Mein Gianni Motta ist Baujahr 1983 und wurde vermutlich von der Firma Brüggelmann auf dem deutschen Markt mit einer Shimano 600 Gruppe angeboten.

Ich habe das Rad 1991 gekauft, viel gefahren (u.a. 2x  PBP, 2x léroica, ) und habe es inzwischen auch schon zweimal komplett neu aufgebaut;
leider auch 2006 sandstrahlen und beschichten- der Originallack ist also nur noch in der Originalfarbe (RAL 3000) vorhanden, was ich inzwischen bereue.

Weitere Bilder in meinem blog aus Juni 2015 oder auf Anfrage.

Warum will ich das Rad verkaufen?

Ja, schweren Herzens, würde ich mich trennen. Denn inzwischen habe ich mit meinem neuen Ridley Crosser sieben Rennräder im Keller und das Gianni Motta hängt seit der Velo Classico 2015 fast nur noch an der Wand.

ernstgemeinte Anfragen an gerrireggi [Q] googlemail.com





 

Montag, 3. September 2018

Cyclocross- Fest im Cyclocrossland

Die Saison ist quasi eröffnet und ich habe meinen neuen Crosser eingeweiht.
Bilder sind von Aron Kankel, Burkhard und Andrea.
Burkhard in gewohnter Pose zu sehen hat mich besonders gefreut.


Große Klasse, was der noch junge Verein Cyclocross- Hamburg e.V. auf die
Räder gestellt hat.







Folkerts Fritten waren schon um 12:00 Uhr ausverkauft  ich ergatterte noch die letzte Portion.

Anschließend nahm ich an dem Workshop von Joachim Parbo teil, der uns immer wieder durch die Sandkiste scheuchte.

Fotos: Aron Kankel



Ein gelungener Auftakt.