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Donnerstag, 26. Februar 2026

Rund um (das Dorf) Berlin, Winner of the "Green-Life-cycle assessment award"

 "To hear Velvet Underground again is like having this first cigarette after a Tonsilectomie"

Nach 6 Wochen Dauerfrost und ca. 1000 Kilometer Radfahren auf dem Dachboden war es wie eine Befreiung endlich wieder das Rad draußen zu bewegen.

Da es am Freitag noch richtig kalt war, die Probefahrt konnte ich noch auf dem Eutiner See in der Stadtbucht fahren, war also unsere erste Ausfahrt gleich der erste 200er in diesem Jahr.

Entsprechend waren alle acht Mitfahrer untrainiert- die meisten waren nicht einmal auf der Rolle gewesen. Nur Simon war einmal mit dem Zug ins Münsterland gefahren, weil es dort frostfrei und sonnig war.

Schon Tage vorher hatte ich fast stündlich in meine neue Wetterapp geschaut und um die Temperaturen gebangt- ja, pünktlich zu RuB gab es den ersehnten Wetterwechsel.

Freitag 20 Uhr noch Null Grad, kam der Südwind mit Regen und Plusgraden.

Morgens um 6 Uhr stärkerer Regen mit 4 Grad- um 7 Uhr war es trocken- Ludger und Inge machten sich gerade von Neumünster auf den Weg.

Kurz nach acht, war ich bereit und fertig, (Frühform!); so konnte ich vorm Start noch zum Bahnhof, Morten, Cornelius und Simon abholen. Da ich meine neue Termos- Trinkflasche zu Hause stehen hatte, Morten noch an seinem neuen Liegerad schrauben wollte, fuhren wir zunächst noch zu mir. Wir waren dann 9 Starter- es waren die üblichen Verdächtigen, wobei Ludger, Inge, Jochen und Carsten schon mit dem Rad angereist waren. Nur Airbus- Thomas reißt die Ökobilanz dieser Veranstaltung etwas nach unten. Aber ich denke, RuB gewinnt in diesem Jahr den "Green-Life-cycle assessment award"

Es gab einige Baustellen auf der Strecke. Ich halte es bei einem Brevet mit dem Track , ähnlich wie Burkhard : ein Track ist nur eine grobe Streckenempfehlung, oder wie Ralf zu sagen pflegt, ein Brevet ist Radfahren für Erwachsene.

Hier noch das "geschlossene" Feld
Das Problem der Travebrücke bei Herrenmühle wurde am Start diskutiert- ich hatte mir das am Vorabend noch angesehen. Laut Internet und KI gibt es eine Vollsperrung. Alternativ kommt nur die Brücke beim Kloster Nütschau in Frage mit einem Umweg von 18 Kilometern. Die könnte man dann einsparen, wenn wir ab Auufer rechts über Kellinghusen fahren. Ich wollte es trotzdem probieren, die Trave tracktreu zu überqueren. 


Brevetfahren ist kein Social- Ride und so waren wir 9 Fahrer schnell in 3 Gruppen separiert.

In einer größeren Gruppe dem kräftigen Westwind trotzen, wäre ja auch zu einfach!

 

 

Carsten hatte den Umweg über Nütschau gleich in einen neuen Track umgeplant und fand so eine andere Brücke im Bau.



 

Bei der Herrenmühle sah es dann so aus:




 Bis Hartenholm zum Bäcker sind es dann noch ca. 20 Kilometer. Wir hatten den ersten Kaffee dann schon auf, als die beiden Ausreißer ankamen. Wir fuhren zusammen weiter- doch auch dieses Mal trennte sich das Peloton bald, denn ab Lentförden gibt es wenig Knick oder Ähnliches, was den den kräftigen Gegenwind ausbremsen könnte. So ist es meistens bei RuB - ich mag das ja- doch heute schiele ich immer auf mein Pulsmessgerät und verstecke mich oft nach hinten. Zu Viert ersehnen wir doch bald den Wendepunkt, der in diesem Jahr ca. 10 km weiter im Westen kurz vor Itzehoe liegt. Bei Breitenburg queren wir die Eider auf intakter Brücke. 
Nächster Stopp ist die Tanke in Hohenlockstedt- Bockwurstbrötchen und freundliche Bedienung. Hohenlockstedt ist neu und eine Bereicherung auf dieser Strecke. Der Rückweg ist komplett neu geplant. Mehr Wirtschaftswege. Morten findet dies gut, so schreibt er,  ich persönlich mag ja lieber breite, verkehrsarme Landstraßen.
In Fitzbek trennen wir, Thomas und ich, uns von Ludger und Inge und bekommen von beiden noch Schokolade mit auf den Weg, die sie bis Neumünster nicht mehr gebrauchen.
Der Westwind hat leider etwas nachgelassen, ist aber noch spürbar. Auch die Beine spüre ich jetzt langsam, so dass unsere Fahrt nun auch nicht viel schneller wird. Ein weiteres Mal halten wir noch in Boostedt beim EDEKA. Leider fing es vorher schon an, leicht zu regnen und dunkel wurde es nun auch.
Den Boostedter Berg kannte Thomas noch nicht. Auf kleinen Wegen fuhren wir nun noch 50 Kilometer durch eine dunkle "Nacht". Ein weiterer Tankstellenstopp mit Cola halbierte die restliche Strecke in Trappenkamp. 
Knapp 12 Stunden- so lange war ich lange nicht unterwegs für einen 200er.
So hatten wir möglichst lange etwas von der Befreiung. aus frostigen Zeiten.
Burkhard: "Mal wieder ein bisschen an der frischen Luft gewesen" 
 

 

Donnerstag, 27. Februar 2025

Rund um Berlin 2025

In diesem Jahr geht es zweimal rum, einmal rechts, einmal links.

Also zwei Brevets in diesem Jahr, zum Einrollen vor den ersten offiziellen Brevets in SH und HH.

Das Wetter hätte besser nicht sein können, denn pünktlich kündigte sich der Frühling an mit zweistelligen Gradzahlen nach einer längeren Frostperiode.

Widriges Wetter hatten wir oft genug aber ein Halt an einer Eisdiele vor Zypressen noch nicht. Fast Toscanische Verhältnisse- passend  zur 999, die ich in diesem Jahr fahren möchte.

   
Mein G. Motta ist noch rechtzeitig fertig geworden- Vor norddeutschen Zypressen  

Zu Zehnt sind wir langsam vorgefahren- Jochen und Carsten waren noch in Malente, haben uns aber bald eingeholt. Ludger kam schon aus NMS und Morten hat auf dem Markt den Kuchen vom Weber- Cafe probiert und für gut befunden.

In Hartenholm gab es die runden Berliner- doch den Bäcker fanden wir an anderer Stelle mit neuen Öfnungszeiten

 

Carsten und Jochen hatten dann also innerhalb von 30 Kilometern ca. 20 Minuten auf uns herausgefahren- und waren offensichtlich ganz froh, dass sie sich bei unserem ruhigen Tempo etwas ausruhen konnten. So blieben wir tatsächlich bis Hartenholm alle zusammen, was mir sehr entgegen kam. Sollte es gelingen die Runde wirklich einmal ruhig zu Ende zu fahren?? 

Sogar die Windrichtung war heute günstig- denn nachdem wir die ersten 30 km Gegendwind hinter uns hatten, kam er gefühlt nur noch von hinten. So flogen wir nach der Pause, Kellinghusen auf breiten verkehrsarmen Landstraßen entgegen- so lieb icks! Eine Baustelle mit längerer Sandpassage und das Kopfsteinpflaster bei Wulfsmoor und langsam wurde das Peloton kleiner. Hinter Kellinghusen teilten wir uns in zwei Gruppen- Carsten und Jochen hatten zu alter Form zurück gefunden.

Nächster Halt Bordesholm- da entdeckten wir eine Eisdiele, die schon offen ist!!

Am Ende wurden die Beine etwas müder- das dürfen sie auch beim ersten 200er der gerade eröffneten Saison.

Britta und Stephan waren zum ersten Mal dabei und Stephan hat einen kleinen Bericht geschrieben:

 

Dem Randonneur ist nichts zu schwör – ein Ausflug in die wunderbare Welt des Langstrecken-Radsports


Nach vielen Jahren im Banne des main stream - Radsports, unterwegs auf Carbonrahmen mit Hochprofil-Laufrädern und elektronischen Schaltungen, starteten meine Frau und ich Anfang dieses Jahres zu einer Reise in ein uns unbekanntes Territorium des Radsports: Wir folgten der geheimnisvollen Aufforderung zu einem morgendlichen Treffen vor dem Tor des Eutiner Schlosses, um dann in geselliger Runde von erprobten Randonneuren auf einem 200km Rundkurs durch Schleswig-Holstein, die Schönheiten des Radfahrens zu zelebrieren. Angesichts der umfangreichen Ausstattung vieler Mitfahrer (Kleidung, Nahrung, Ersatzteile) versicherten wir uns, dass keine Etappenfahrt geplant war. Wir erfuhren, dass die Regeln für Brevet-Fahrer weitgehende Autonomie bei der Bewältigung der Strecke fordern. Voller Erwartung, ob wir den Regeln gerecht werden könnten, starteten wir in den Vormittag, um schnell feststellen zu können, das aufmunternde Gespräch zwischen den Mitfahrern wurde hier intensiv genutzt, als eine moralische Unterstützung in langen Stunden auf dem Rennsattel; man könnte es auch als eine Form des Psychodopings bezeichnen, das glücklicherweise nicht auf der Verbotsliste steht und weitgehend nebenwirkungsfrei ist. Berichte über seltene Fälle von spontaner Taubheit lassen sich nicht verifizieren.

Kurzum, der minderschwere Verstoß gegen das Autarkie-Gebot durch kommunikatives Coaching klappte auch bei mir vorzüglich. Ebenso die praktische Unterstützung konnte ich ohne schlechtes Gewissen akzeptieren, als meinem Hinterrad noch vor mir, die Luft ausging. Chapeau den Radsportlern, die wissen, dass auch und gerade, der Radsportler ein soziales Wesen ist, das sich nicht von starren Regeln bestimmen lässt.

Am Ziel angekommen beschlossen meine Frau und ich, bei Weißbier und Würstchen in der Tankstelle, die Welt des Randonneurs in unser natürliches Radler-Habitat aufzunehmen. Dank an die Randonneure des 22.2.25.

Stephan H.

 

Den obligatorischen Tankstellen- Stopp hatte ich auch schon vermisst- ganz so unerfahren ward ihr wohl doch nicht ;-))