Montag, 10. Mai 2021

20 Jahre Motta on the Road

 

 

Da muss ich dann in diesem Jahr wohl mit.

Den RM in Wesseln, der ja mein erster überhaupt war, findet wohl nicht mehr statt.

Los geht´s dann am 09.05 in Husum. Ich freu mich drauf:


https://www.nordcup-radmarathon.de/events-2021/

 

#1/8 Husum

Starker Wind war angekündigt und genau so muss es sein, wenn man in Husum den RM fährt. Es sollte auch der erste ! Frühlingstag sein mit Sonne und richtig warmen Temperaturen. 

Ich startete den RM um 8 Uhr in Treia zusammen mit einer 8 - köpfigen Gruppe um Bernd, die ich hier zufällig beim Vorbeifahren traf.

Die Veranstaltung war abgesagt und jeder konnte wann und wo er wollte starten, die Strecke abfahren. Zum Einrollen fand ich es ganz nett mit einer Gruppe zu fahren und so ein paar Kontakte zu haben. Speeddating war hier durch das Nortorfer Kreiseln angesagt.

Als die Gruppe aber schon nach 40 km Kaffeepause machen wollte, bog ich ab auf die Nordschleife und fuhr so die restlichen 170 km alleine.

So mag ich das- gerade bei Gegendwind mein eigenes Tempo fahren. Und der kam reichlich, nachdem ich den nördlichsten Punkt erreicht hatte.

In Bredstedt mache ich meine erste Pause bei km 80. Ein Kaffee von der Tanke. Es gab eine Bank in der Sonne mit Blick auf den Kreisel an der B5.

Eine wirklich schöne Strecke aber Highlight für mich sind immer die Kööge , insbesondere der Beltringharder Koog und die Umrundung der Insel Nordstrand.



Hier spürte ich die volle Kraft des Windes der nun meistens direkt von vorne kam.

Und ich stemmte mich dagegen und konnte noch eine gute Geschwindigkeit fahren.

In Husum wollte ich ein Eis- jedoch die Schlangen waren zu lang und so hielt ich beim Bäcker für zwei Stück Kuchen. Ein Stück noch weiter Richtung Süden- Bäume Knicks gibt es hier kaum. Aber dann war irgendwann der südlichste Punkt erreicht und ich flog meinem Ziel entgegen.

Auch hier noch einmal landschaftlich sehr schöne Streckenführung. Kurz vor Treia wurde ich noch auf eine mentale Probe estellt, denn nun wollte ich langsam ankommen. Jedoch sollte ich ca. 5 km vor Treia noch einmal nach Süden in den Wind drehen und das auf einer schlechten Buckepiste.

Belohnt wurde ich allerdings mit einem schönen Wald.

Nach 8 h war ich im Ziel und war zufrieden.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Landkreis-Brevet der ARA Breisgau 24.04.21

Veranstaltungen im eigentlichem Sinne gibt es ja zur Zeit nicht.

Organisierte Radtouren können nur unter besonderen Bedingungen und Regel konform durchgeführt werden. Und so hatte ich das Glück an einem der seltenen Brevets teilzunehmen, dem 300er der ARA Breisgau. 

Böllchen II, so die ursprüngliche Bezeichnung, war als einziger Brevet noch nicht ausgebucht, als ich mich informierte und daraufhin auch gleich anmeldete.

Und ich sah auch gleich, woran das lag- dieser 300er hatte viele Höhenmeter und sollte vom Schwarzwald in die Schweiz und zurück über Frankreich führen.

Das Datum passte perfekt zu unserem Verwandschaftsbesuch (I- Grades) .

Es war dann schnell klar, dass wir nicht ins "Ausland" fahren dürften.

Aus "Böllchen II" wurde der "Nordschwarzwald- Brevet". Dieser bekam dann verschärfte Kontrollzeiten, wegen der neuen Ausgangssperren, sodass wir diesen Brevet mit einem Schnitt von 19,5 km/h fahren müssten, um rechtzeitig (21 Uhr) wieder aus dem entsprechenden Landkreis hinaus zu sein. Bei den Höhenmetern wäre es für mich wahrscheinlich eng geworden.

Der Landkreis Freiburg und Breisgau/Hochschwarzwald hatte keine Ausgangssperre und so machten sich die Organisatoren daran, sehr kurzfristig noch einen "Landkreis"- Brevet auf die Beine zu stellen.

Danke, an dieser Stelle für die vielen Mühen!

Individualsport im Freien mit maximal einer Person aus einem anderen Haushalt.

Also keine Veranstaltung sondern viele Individual- Sportler, die die gleiche Strecke absolvieren. Anmeldung und Kontrollen- alles kontaktlos mittels digitaler Brevet- Karte. Startzeiten waren wählbar von 4 Uhr morgens an im 10 Minuten Takt.

Ich wählte meinen Start um 07:05 , also kurz nach Sonnenaufgang.

Im Hellen im Ziel zu sein, hielt ich für sehr ehrgeizig, bzw. kaum machbar (für mich)

Deshalb entschied ich mich für das Laufrad mit Nabendynamo- ich musste mich entscheiden, da wir mit der Bahn anreisten. Auch dies eine gute Entscheidung im Übrigen- sehr bequem, schnell und kostengünstig.

 

Auf den "Startstempel" musste ich zunächst etwas warten, denn meine digitale Brevet-Karte wurde Punkt 07:05 erst freigeschaltet. Das Hochladen meines Standortes (GPS- Daten) und das Startfoto funktionierte gleich ohne Probleme und so machte ich mich alleine auf den Weg. Ich dachte so würde es bis zum Ende bleiben und ich freute mich darauf. Entlang der Dreisam führt ein Radschnellweg in Richtung Westen aus der Stadt. Schon bald hatte ich zwei Fahrer ein- und überholt. Es rollte gut bis wir am Kaiserstuhl eine lange Rampe hinauffahren mussten. Die erste von vielen steilen Rampen, wie ich wusste.
 
 
Das Profil hatte ich am Morgen bei Tee und Toast noch einmal studiert.
 


K1 war am Stadttor eines kleinen malerischen Ortes am Ende der ersten Abfahrt.



 

Anschließend folgten ca. 40 flache Kilometer bis zu einer weiteren kleinen Rampe kurz vor K2. 

Über das Profil des Brevets machte ich mir keine Sorgen: es gab zwei lange Auffahrten, die beide nach der ersten  Hälfte des Brevets hinter mir liegen würden.

Der erste davon, beginnend bei km 100, war der schwierigste, steilste Anstieg. Openrunner zeigte einige Abschnitte >15% an. Durchgängig sehr steil. Aber zu dem Zeitpunkt wäre ich noch frisch und dazu wollte ich bei km 70 meinen ersten Kaffee trinken, so mein Plan. In Auggen an der B3 sollte es eine Tankstelle geben.

Doch es kam  etwas anders- bei km 40 etwa traf ich Jannik. Jannik will einen Bericht über seinen ersten 300er schreiben und war neugierig- auch auf meine Erfahrungen. So erzählte ich viel und die flachen Kilometer rauschten nur so dahin.

In Auggen wollte ich dann gar nicht stoppen- ich verschob die Kaffeepause auf Kirchzarten als Belohnung für den ersten langen Anstieg.


 

Hinter K2 änderte sich das Profil, wurde abwechslungsreicher.

Wir fuhren überwiegend auf kleineren Straße durch die Weinberge des Markgräflerlands. Es gab einige Ortsdurchfahrten. Hübsche Gegend hier.

Kurz vor Staufen bogen wir ab ins Münstertal - von nun an ging es stetig bergan.

In Münstertal links weg den Stohren hoch- nie gehört. Ich hab das jetzt mal gegoogelt:

Der  Stohren  ist nicht ohne Grund ein gefürchteter Anstieg. Sogar Radprofis meiden ihn wenn die Form noch nicht ausgereift ist. Vom Münstertal aus kommend geht es links in die Steigung die sich auf 5 km mit ca. 18 % in Richtung dem Ort  Stohren  windet. Der  Stohren  ist die Verbindung vom Münstertal hoch in Richtung Schauinsland. Nach der Ortsdurchfahrt  Stohren  nimmt die Steigung von den Prozenten her ab und wird etwas humaner Dieser Berg ist ein Muss für alle die, die eine Herausforderung suchen.Quelle

Wenn ich das gewusst hätte....

Gut gewählt vom Streckenplaner, diesen Berg an den Anfang zu legen.

Und so hatte ich ohne den nötigen Respekt und mit noch frischen Beinen, wenig Probleme. Die Übersetzung 34/30 hat gerade so gereicht und manchmal habe ich mir eine kürzere gewünscht. Irgendwie erinnerte mich der Anstieg an den Mortirolo und nun weiß ich auch warum.

Außerdem wartete ja noch der Kaffee in Kirchzarten, doch als wir dort ankamen, lief es gerade so gut, dass wir schon bald den Ort  verlassen hatten und schon waren wir drin im nächsten Anstieg zum Thurnerpass. 

Immer noch waren wir zu zweit unterwegs. Jannik war im Anstieg etwas schneller als ich- doch meistens folgte darauf eine Kontrollstelle, an der wir uns wieder trafen und dann gemeinsam in die Abfahrt stürzten. Hier oben war es landschaftlich wunderschön- Schwarzwald aus dem Bilderbuch.

Mit dem Wetter hatten wir im Übrigen auch richtig Glück. Hatte ich am Morgen noch gefroren- es hatte gefroren in der Nacht, so schien tagsüber durchgehen die Sonne und es wurde richtig warm. So konnte ich die Fahrt nun richtig genießen. Auch lag das Schwierigste, die zwei langen Anstiegen  hinter uns.



 

Vom 4. Kontrollpunkt waren wir zu fünft mit Abstand los gefahren und es ergaben sich nun abwechselnd auch einige kurze Gespräche mit anderen Randonneuren.

In der Abfahrt, ich fuhr vorne, meinte ich einen Pfiff gehört zu haben. Ich drehte mich um und keiner folgte- da fiel es mir ein, dass hier bei km 160 eine Kontrollstelle sein sollte. Zum Glück war ich nur wenige 100 m vorbei gefahren, denn die Abfahrt war steil. 

An einem Gasthof standen, saßen Randonneure und tranken mit Abstand Bier. Die  Organisatoren hatten eine Kühlbox platziert und eine Spendenbox- alles kontaktlos. 


 

Etwas anders war dieser Brevet und doch war es Brevet fahren, wie ich es liebe.

Im Grunde alleine fahren und hin und wieder Gleichgesinnte treffen, die das gleiche Ziel haben.

Ich hielt mich nicht lange auf, denn nach der Abfahrt wartete der (erste!) Kaffee in Titisee, den ich jetzt auch nötig hatte. Wir hielten gleich am ersten Cafe', bestellten ein großes Stück Kuchen dazu. Wieder kamen andere Randonneure.

Wir tauschten uns aus über die 999 (ich trug das Trikot) und die anderen langen Brevets der italienischen Grand Tours Serie.

Kaffee und Kuchen waren nicht nur sehr lecker- sie machten auch schnell auf den kommenden Kilometern. Die Hälfte der Strecke hatten wir geschafft und es lief immer noch richtig gut. So hielt ich die Strecke vom Titisee über Feldberg Bärental zum Schluchsee im Nachhinein für flach. Rollte sich so weg. Als wir 3 Tage später noch einmal hier sind, merke ich, dass dies nicht so ist. Der Schluchsee ist ein Stausee, der zu dieser Jahreszeit erschreckend wenig Wasser hat. Wir fahren über die Staumauer und dann eine kleine Schleife hinauf zum Blasiwald und Muchenland. Ein Fahrer kam uns entgegen und schimpfte über den Belag!? Ich fand es hier märchenhaft schön und freute mich über die Schotterpiste in der Abfahrt. Zurück am Schluchsee rollte es weiterhin sehr gut.

 

Rampen gab es jetzt weniger, das Profil wurde etwas milder, jedoch das Auf und Ab blieb. In Lenzkirch K7 gönnten wir uns einen weiteres Stück Kuchen und unterhielten uns vor dem Supermarkt mit zwei Wanderern, die bei den Temperaturen draußen schliefen. Das mussten wir zum Glück nicht. Die Ankunftszeit zwischen 23 und 24 Uhr ließ sich jetzt schon einigermaßen treffsicher vorhersagen. 


 

In Unadingen am Bahnhof trafen wir wieder einmal Walter, den Organisator. Hier nun bei km 249 war die letzte Kontrollstelle vor dem Ziel. Als wir los fuhren war es schon fast dunkel. Von den verbleibenden 60 km waren eigentlich nur noch die Hälfte zu fahren, denn danach ging es nur noch bergab. Sobald das Tageslicht gänzlich verschwunden war, wurde es gleich kalt.

Ich war froh, dass ich so viele warme Klamotten mitgeschleppt hatte, um für die großen Temperaturunterschiede gewappnet zu sein. Auf diesen letzten Kilometern erinnere ich nur die Stille. Kaum Verkehr- nur Jannik und die Fotografen mit dem französischen Kennzeichen, die immer wieder mal auftauchten und für ein gutes Foto auf der Lauer lagen. Ich war froh, dass ich so gutes Licht hatte, fuhr mittig auf der Straße, damit ich ggf. das Wild rechtzeitig sehen konnte. Die Abfahrt über St. Märgen und St. Peter war rasant.

Kurz vor Mitternacht, also knapp unter 17 h war ich dann im Ziel.


Die Frage, ob das nun Quälerei sei, gab ich nun am Ende der Tour an Jannik zurück und warte nun gespannt auf seinen Artikel in der Zeitschrift "Fahrstil"

Glücklich, endlich mal wieder einen Brevet gefahren zu sein, fiel ich wenig später ins Bett.

Einer der schönsten- aber auch anspruchsvollsten 300er, die ich gefahren bin.

 






Donnerstag, 29. April 2021

Links für Jannik

Am vergangenen Samstag bin ich den 300er vom ARA - Breisgau gefahren.

Der schönste aber auch anspruchsvollste 300er Brevet, den ich bislang gefahren bin.

Darüber schreibe ich wahrscheinlich noch einen Extrabericht. 

Ab km 40 etwa gesellte sich Jannik zu mir und fragte, ob er mich ein Stück begleiten dürfte.

Zu Zweit fahren war erlaubt, und wir blieben tatsächlich zusammen, bis wir kurz vor Mitternacht das Ziel in Freiburg erreichten. Bei den Höhenmetern hatte ich mich auf eine Alleinfahrt eingestellt. Vom Tempo her harmonierte es allerdings sehr gut. 

Jannik outete sich gleich als Journalist, der einen Bericht über seinen ersten 300er schreiben will für das Radkultur- Magazin "Fahrstil". Ob er mir ein paar Fragen dazu stellen dürfte? Ich erzähle ja gerne und legte gleich los. Vielleicht ein bisschen viel, so kennt man mich ja beim Radfahren. Später im Verlauf des Brevets wurde es dann auch ruhiger.

Hier im Blog kann man meine Geschichten natürlich auch nachlesen- allerdings fehlt eine Übersicht ein Art Inhaltsverzeichnis. Ich habe mir schon oft vorgenommen eins zu erstellen. Aber hier zunächst eine Link-Liste für Jannik zu den Touren über die ich erzählt habe.

Da ist zunächst die 1001 Miglia Italia, bei der ich in diesem Jahr teilnehmen möchte, wenn sie denn stattfinden darf.

Die Mille Miglia ist ein Super- Brevet der ARI über 1600 km mit Start/Ziel in der Nähe von Milano.

Mein Bericht aus 2008

Die 999 Miglia (1600 km) 2017 war landschaftlich wunderschön, aber auch eine der härtesten Touren- wahrscheinlich wegen der überwiegend schlechten Straßen. Link (Aktuell als 999 km Variante)  Vielleicht lassen sich bei der Distanz die Straßen eher ertragen oder man fährt mit dem Gravel-Rad.

mein Bericht hier im Blog

Bei der Alpi 4000 2018 entwickelte sich ein Wettbewerb zwischen uns Schleswig- Holsteinern. mit einem vortrefflichen Finale am Stelvio.

Mark Stevenson alias Guitar Ted ist vermutlich einer der Väter des Gravelns.

Und Trans Iowa.... ein 300 Meilen Gravel Race....

https://www.youtube.com/watch?v=iN7o_O0LXyM

Guitar Ted berichtet gerade in einer Serie jeden Sonntag darüber:

2014 und 2015 (TIV10 ,TI V11) 2 Jahre gab es für mich fast nichts anderes.

Unter anderem berichtet Guitar Ted über den "re-routing spot" und über unsere Fahrt in seinem Truck zurück nach Grinnell, nachdem ich wegen der heftigen Thunderstorms nach 380 km abgebrochen hatte.

2015 schaffte es wegen der widrigen Wetterbedingungen nur einer bis zum Checkpoint #1. Am Abend trafen sich viele Teilnehmer im Lonsky/ Grinnell.

meine Berichte hier im Blog TI V10  TI V11

Ein drittes Mal wollte ich nicht über den Teich fliegen und auf gutes Wetter hoffen.

Dazu war die Chance zu gering Ende April in Iowa. Ich musste mir also etwas anderes suchen, ein Event mit ähnlichem Charakter um den "Löwen" zu besiegen und fand den Tuscany Trail

Eine Empfehlung noch für ein weiteres sehr schönes, anspruchsvolles Brevet ist die Tour d´ Ortles.

Mittwoch, 17. Februar 2021

RuB 2021- Wir haben es überlebt

 

 
Mit Abstand, wohl nur so geht es in diesen Zeiten.
 
Ganz verzichten wollten wir jedoch nicht, auf unsere erste lange Ausfahrt im Jahr.
Aber mal ehrlich; ist es nicht meistens so bei einem Brevet, dass jeder für sich, oft auch allein, die Prüfung bestehen möchte. Windschatten fahren ist doch was für Rennfahrer! 
Irgendwann starten wir eben in die Saison, meisten im Februar. Das Wetter ist Nebensache, beziehungsweise wird so genommen, wie es kommt.
Im letzten Jahr hatten wir dieses Sturmtief mit orkanartigen Böen, die mich einmal vom Asphalt wehte.
In diesem Jahr kaum Wind, Sonne aber harte, zweistellige Minus- Grade am Morgen.
 
Stephan und ich haben gestern noch bis spät in den Abend hinein an unseren neuen Rädern geschraubt- dabei durften wir uns keine Fehler erlauben- eine Panne oder Defekt heute, wäre wahrscheinlich tödlich bei den Temperaturen.
 
Stephans Kurbel fiel dann ab nach ca. 20 Kilometern! Meine Hände waren gerade so einigermaßen warm und auch sonst war das Fahren nicht unangenehm.
Ich fuhr vor, um am Ortsschild Berlin Fotos zu machen- Clausto kam alleine und meinte Stephan habe ein Bein verloren. Also zurück die fünf Kilometer und gucken, was zu tun ist. Die Sram- Kurbel braucht einen 10er Imbus und den haben wir nicht. In der Senke, wo es rechts zum Örtchen "Weitewelt" geht, stehen drei Häuser. Beim ersten schon bekommen wir Hilfe. Ein Handwerker öffnet seine Garage, in der auch Räder stehen. Die Reparatur dauert nicht lange, reicht aber um auszukühlen und die Hände sind vom Werkzeug eisig. Das Werkzeug dürfen wir mitnehmen. Die Weiterfahrt wird nun wirklich eklig....das dauert etwa bis Gnissau...eine 1/2 bis 3/4 h. Die Sonne, die sich bislang im Nebel versteckt hatte, kam nun heraus und wärmte tatsächlich etwas. Eine weiter 3/4 h später machten wir unsere erste kleine Pause mit heißem Tee in der Sonne.


Clausto guckt nicht grimmig, er kaut- und das geht beim "Dauerlächeln" nicht, denn dann würde alles herausfallen.
Der Tee wärmt zusätzlich zur Sonne und so wird das Fahren immer angenehmer.
Ich friere nicht. Kalte Füße sind normalerweise mein Problembereich.
Ich fahre jedoch mit Moon- Boots, die ich im Keller gefunden habe. Zusätzlich habe ich eine Wärmesohle eingelegt, die mir Jochen P. geschickt hat. Danke dafür.
Er selber wollte morgens aufs Thermometer schauen und dann entscheiden....
falscher Ansatz, wie ich finde ;-)

In Hartenholm machten wir dann die zweite Pause. Ich wollte "Ausgeben" auf mein neues Rad, fand jedoch mein Portemonnaie nicht. Und das lag nicht daran, dass ich auch die Brille nicht wieder finden konnte.....
Die Kälte, die Klamotten, zweifach/dreifach übereinander, Mützen, Helm, Mundschutz....alles zu viel- da musste ich einfach abwerfen. Oder war das Gehirn eingefroren?
Die Brille fand ich dann vor dem Laden liegend wieder. Das Portemonnaie konnte ich mir gestern im Laden abholen- das hatte ich dort irgendwo hingelegt....
Richtung Kellinghusen wurde mir schon fast zu warm. 
Kurz vor dem Wendepunkt überholten uns Calli und Jochen. Sie waren etwa zeitgleich in der Nähe von Preetz los gefahren. 
 
In Kellinhusen endlich eine Tanke. Aus Gewohnheit wollte ich mich dort an den Stehtisch stellen und meinen Kaffee trinken----darfste nicht machen----so stellten wir uns gegenüber der Tanke an einen Mauerturm mit Tresenhöhe in der Sonne. 
Richtung Neumünster überholten uns Calli und Jochen, die in Kellinghusen beim EDEKA etwas länger Pause gemacht hatten, noch einmal.
Dann wurde es nach ca. 10 h Fahrzeit auch dunkel und die Kälte zog wieder an.
Vor Eutin hatten wir wegen einer Streckenvariante noch weiße Straßen und kurz vor 19 Uhr also nach knapp 11 h waren wir im Ziel. 

Insgesamt waren 10 Fahrer auf dem Track unterwegs gewesen.
 
Morten und Ole waren mit einem Velomobil unterwegs und kamen am Ende auf 270 bzw. 325 Kilometer. Die Übrigen 8 Fahrer fuhren ca. 200 Kilometer in 10-11 h.
 
Am Ende hat mir, bis auf das Portemonnaie, nichts gefehlt. Es hat Spaß gemacht und gezeigt, dass es geht- auch in diesen Zeiten einen Brevet zu fahren.
 
 

 


 











Mittwoch, 3. Februar 2021

Rund um Berlin 2021


Aus besonderem Anlass, in diesem Jahr als Einzelzeitfahren.

siehe Ausschreibung hier auf der Halara- Seite 

 

05:00 Uhr-----Minus 9° C

Wir wollen das!   Nicht frieren, auf jeden Fall.

Alle Vorbereitungen dazu sind getroffen und meine Stanley Thermoskanne ist auch noch rechtzeitig angekommen; vorgestern aus dem Lager meines Lieblings- Versenders von Fahrradteilen rausgegangen, gestern morgen 05:44 Uhr schon in  Neumünster und vormittags zugestellt. (Nein, es ist nicht der, der klingt, wie der wasserreichste Fluss der Welt.)

Stephan und ich haben gestern noch bis spät in den Abend hinein an unseren neuen Rädern geschraubt- dabei durften wir uns keine Fehler erlauben- eine Panne oder Defekt heute, wäre wahrscheinlich tödlich bei den Temperaturen.

Wir sind also beide auf Jungfernfahrt, Stephan mit seinem Ridley X- Fire und ich mit meinem Pure22, an dem ich den ganzen Winter geschraubt habe.

Beide haben wir zufällig die gleichen Reifen gekauft, Strada Bianca von Challenge in 36er Breite:

"Der Strada Bianca wurde speziell für Schotterpisten entwickelt. Auf langen Strecken über nicht befestigte Wege fühlt er sich demnach besonders wohl. Aber auch im Alltag macht dieser unempfindliche Reifen mit Pannenschutz-Einlage eine gute Figur. Das flache Profil hält den Rollwiderstand gering, während die höheren Seitenstollen für den nötigen Grip in Kurven sorgen.

Der Faltreifen ist ausgestattet mit einer 120 TPI Karkasse aus Nylon und mit Puncture Protection Strip (PPS), einer zusätzlichen Schicht aus hochfesten Gewebe zwischen Karkasse und Reifen um das Pannenrisiko zu verringern. "

Ich hatte gestern Abend noch einmal geschaut,  ich vertraue PPS und TPI.

 

Ein Erlkönig wurde schon zweimal gesichtet in den letzten Tagen. 

Erlkönige werden häufig in verschneiten Gegenden, in Schweden etc. gesichtet.

Mein neues Rad am Mittwoch hier in der Nähe des Bungsberges. Auffällig beim ersten Test, der längere Radstand und die Sitzlänge trotz kurzem Oberrohr

Sind die Straßen frei am Samstag, fragen sich die, die eine Beteiligung bekundet haben....Ein Test am Donnerstag ergab, um Eutin sind die Straßen des Tracks frei.

RuB, verläuft ja fast ausschließlich auf breiten Landstraßen- nicht nur weil ich es liebe Landstraßen zu fahren sondern auch, weil wir bei dieser Tour auch schon mal einen Wirtschaftsweg hatten, der komplett vereist und unfahrbar war. Ortsunkundige Teilnehmer schoben dieses Stück südlich von Ahrensbök.

Das Bild entstand auf der Rückfahrt- die kleinen Wirtschaftswege haben also eine geschlossenen Schneedecke. Perfekt um das Fahren auf weißen Straßen zu testen.

Das Rad läuft schnurgerade wie auf Schienen darüber. Auch ein Profilreifen wäre hierbei nicht besser gewesen.


Die neue Thermoskanne passt perfekt in die Trinkflasche, soll das Getränk 9 h lang heiß halten. Dann wollen wir im Ziel sein,   denn dann beginnt die Dunkelheit- die Kälte zieht wieder an und es könnte stellenweise glatt werden, da wo Schnee möglicherweise getaut ist.

Die Sonne soll uns den ganzen Tag begleiten.

Also dann......



 

Montag, 21. Dezember 2020

1001 Graveller

Wenn ich nicht fürs Querfeldein trainiere, bereite ich mich auf die 1001 Miglia vor.

CX- Training heißt ja eher "kurz und schnell"- aber manchmal brauche ich einfach eine längere Strecke mit Tankstellen-Stopps und Bäcker- Pause.

Und dazu hatte ich mich mit Clausto und den Schotterrädern verabredet.

Surly hatte ich die 40er WTB von Guitar Ted verpasst. 

 

Clausto war der Kapitän unserer heutigen Tour, die uns zum Oldenburger Graben führen sollte. Heute wollten wir mal nicht hoch hinaus, denn der Oldenburger Graben  ist eine unter Normalnull gelegene Rinne in Ostholstein, rund 22 km lang und zwischen 2 und 20 Metern breit. Landschaftlich gänzlich anders, als im übrigen ostholsteinischen Festland, ist es für Clausto eine kleine Reise in die Fremde- für mich eine Reise in meine alte Heimat am Niederrhein. Auch hier gibt es zahlreiche Kopfbäume- kann mich gar nicht satt sehen daran.






In der Stadt Oldenburg verpflegten wir uns bei km 50 und km 80.

Leider nur ToGo- aber das war Ok- mit Kaffee, Kakao und Gebäck.

Bevor wir den letzten Abschnitt fuhren, drehten wir noch eine Runde auf den Wall-Anlagen- diese ähnelte einer historischen Radrennbahn für Geländeräder.

Wir trennten uns bei Sonnenuntergang- jeder in Richtung seines Shelters.

Schön mal wieder von Sonnenauf- bis Untergang unterwegs gewesen zu sein.

Ob´s einen Trainingseffekt für die MM hat?



Sonntag, 13. Dezember 2020

Zum Lübecker Weihnachtsmarkt

Die Tradition aufrecht halten.

Eins ist sicher, Geschubse gibt es nicht auf dem Weihnachtsmarkt heute.

Aber fahren geht ja noch- noch darf ich den Radius ums Haus größer als 15 km halten....


Also, so lange es noch geht- rauf aus Rad und Auf zum Lübecker Weihnachtsmarkt.

Bericht und Fotos folgen....

Bis dahin :

https://randonneurostholstein.blogspot.com/2012/12/zum-lubecker-weihnachtsmarkt.html

 

Vieles war ähnlich:

eine lange, kalte Anfahrt, eine (etwas öde) Einfahrt in die Stadt Lübeck im Halbdunkel und eine kalte Rückfahrt und am Ende 100+ Kilometer....

Anders in diesem Jahr, tatsächlich kein Geschubse auf dem Markt.

Da ich diesen Weihnachtsmarkt noch nie mochte und nur wegen der Tour dabei war, fehlten mir nur die Vereinskollegen.

Von Eutin aus fuhr ich zunächst zur Küste und dann Richtung Travemünde/Priwall.

Einen ersten Fotostopp machte ich an der Steilküste.

2° , diesig und Wind aus Süd-Ost...kein Wetter, um sich lange aufzuhalten. Nach dem Halt, war mir schon kalt- also schnell weiter zur Fähre. Dort wollte ich eine erste kleine Pause machen. Ich hatte heißen Tee mit und wärmte mich zunächst im Vorraum eine Bankfiliale kurz auf. Vor und auf der Fähre ging das Frieren weiter. Dassow war mein Ziel zunächst und von da an würde ich etwas Rückenwind haben. Die weitere Strecke bis Lübeck war größtenteils neu für mich und interessant. Es wurde dunkler und es fing an zu regnen. Die Einfahrt in die Stadt Lübeck war nicht schön, erinnerte mich aber doch an so manche Weihnachtsmarkt- Tour mit den Vereinskollegen. Auf dem Markt ein kurzes kaltes Foto und weiter auf dem kürzesten Weg (vorbei am Bahnhof) über Stockelsdorf, Curau, Malkendorf nach Eutin. Immer, auch an den Steigungen, im dritten, also größten Gang, damit mir wärmer wurde... Endlich zu Hause hatte ich 103 km auf dem Tacho und den Eintrag in die Halara- Wertung war hart verdient.

Wir waren mal kurz an der frischen Luft, hätte ein Vereinskollege gesagt.

Bei dem Wetter, ohne wärmende Einkehr, ohne Vereinskollegen macht das Fahren nicht durchgehend Spass- ist mein Fazit











Dienstag, 29. September 2020

Kleiner Rennbericht vom Crossrennen am Sonntag 27.September

 Kleiner Rennbericht vom Crossrennen am Sonntag:

13 alte Männer am Start der  AK Senioren4 in Kaltenkirchen. So viele gab es lange nicht, nicht seitdem ich fahre. Nachwuchssorgen gibt es nicht, rücken doch immer neue Fahrer auf. Diesmal waren es 7. In den letzten Jahren waren wir hier manchmal nur zu Dritt am Start und die Podiumsplätze sicher.
 
Toll, ein richtiges Rennen mit deutschem Meister und ehemaligem deutschen Meister am Start. Klar, keiner weiß, welche Rennen noch abgesagt werden und ob es in dieser Saison nicht das Einzige bleibt.
 
Der Parcours im Park bei Dodenhof ist anspruchsvoll: 
steile Anstiege, Sandbunker und Hoppel- Wiese, Schräghänge mit feuchtem Moos und Gras. Absteigen oder Fahren heißt es manches mal,  ich laufe fast alles,  nachdem ich es in der Proberunde probiert habe. Ist schneller ? so rede ich mir ein. Starte aus der ersten Reihe und komme gut weg. 1/2 Minute vorher starten die Frauen , davor Sen 3.
 
Nach dem ersten Bergauflaufen sind wir noch kompakt. Der Kampf um Platz drei kann beginnen. Doch dann folgen Fahrfehler und im Verlauf drei kleine Stürze mit heruntergefallener Kette und festsitzendem Bremsschuh. Der dritte Podiumsplatz fährt dahin, hätte ich auch ohne Stürze nicht erreicht. Zu stark ist der Nachwuchs. 
In Runde drei oder vier sammele ich einige Frauen und Sen3-Fahrer ein. Ich fahre nun vorsichtiger und sauberer und komme rein ins Rennen. Dann taucht Karl-Heinz vor mir auf; bei der Nordmeisterschaft vor 2 Jahren war der Mecklenburgische ehemalige Deutsche Meister nur 4 Sekunden vor mir im Ziel gewesen. 
Kann ich ihn heute schlagen? In der letzten Runde läuft es bei mir. Hinter dem Sandbunker auf der Geraden kann ich ihn überholen,  bevor es in die nächsten technischen Passagen geht. Hinter der Doppelhürde kann  ich die Distanz leicht vergrößern . Nun folgen wieder Anstiege, Schräghänge und die steile Abfahrt mit Löchern und Wellen, wo man im Blindflug hinunter stürzt bevor man unten versucht die Kurve zu kriegen. Besser man klickt oben in Ruhe ein. Ich bleibe auf dem Zielstrich vorne und wir freuen uns beide im Ziel , endlich wieder Rennen zu fahren. Nächste Woche sehen wir uns wieder, zusammen mit weiteren 21 alten Männern im MTB-Park in Bad Salzdetfurt.
 
Alle Bilder in diesem blog von Michael Richter (aka Mike 664 bei HFS)