Mittwoch, 26. Mai 2021

Holy Gravel Spring Edition- Day 3 and Finish

Ich guckte nicht schlecht, als Klaus um 06:35 in Malente am Bahnhof stand.

Damit hatte ich nicht gerechnet. So fuhren wir beide mit der Bahn über Kiel, wo wir uns mit Kaffee und Gebäck versorgten,  nach Rendsburg um "frisch" wieder auf den Track zu gehen. Die ersten Kilometer würden einfach sein- entlang des Kanals mit kräftigem Rückenwind. 

Neutralisierter Start am Bahnhof RD um 08:11

Klaus hatte das Rad gewechselt und fuhr nun sein Kocmo mit dicken, komfortableren Reifen. Würden diese Reifen die Schmerzen im Rücken mildern?

K9- Am NOK- Sonntag 08:30

Auf Spurplattenwegen flogen wir nur so dahin- der Wind war wirklich kräftig.

Schade nur, dass der Track zunächst einmal für ca. 30 km in Richtung Osten führte- Hamburg aber im Süden liegt.

Die Absätze in den Betonplattenwegen störten hierbei kaum.

K10 Fähre Landwehr 09:35

Südlich der Fähre begannen für mich unbekannte Wege. Sehr schön. In Westensee zerreißt Klaus seine Kette ohne ersichtlichen Grund. Er hat keinen Kettennieter dabei und meint das wäre ein Zeichen- wofür auch immer!? Wir standen vor einer alten Steinkirche mit einem schönen Blumen-Vorgarten.


Ein Zeichen von Freundschaft, vielleicht; denn ich mache mir die Finger dann schmutzig, als ich merke, dass Klaus sich kaum zur Kette hinunterbücken kann vor Schmerzen. Mit meinem Kettennieter, den ich zum Glück, meistens nur für andere nutze. Ich rede so etwas von Kindheit im katholischen Westfalen aufgewachsen, wo man immer das macht, was gemacht werden muss, getreu dem Motto: Nützt-ja-nix....naja, schon bemerkenswert dieser Stopp- vielleicht doch ein Zeichen? Lieber wäre mir wohl eine Pause vor dem Cafe "Zeit" gewesen, wo es guten Kuchen geben soll.

Wir fahren dann weiter über den Kieler Berg, 94m, bis Groß Vollstedt, wo Klaus erklärt, er wolle nun die "Zeichen" ernst nehmen und zum Bahnhof fahren.

Die Schmerzen im Rücken, Nebenwirkungen der Impfung.....ich fand es auch vernünftig. Nortorf wäre wohl der nächste Bahnhof, dort wo Klaus schon Zeit beim ersten Holy Gravel verbracht hat.

Später erfahre ich, dass er mit dem Wind auf der Straße noch bis nach Hause gefahren ist und noch später, dass 2 Rippen gebrochen waren. 

Der Track war nun weniger anspruchsvoll und das war gut. Zügig kam ich nun voran. Das Ziel war es möglichst schnell jetzt die Eisdiele in Aukrug zu erreichen, wo ich meine erste Pause machen wollte.

K11- Aukrug km 81- 13:03 Uhr

In der Sonne sitzen, ein Eis und einen Kaffee- Ah, das tat gut. Auch ein Telefonat mit meiner sportlichen Leitung über eine 1/2 h....diese Pause behalte ich in bester Erinnerung. Holy Gravel würde nun bald zu Ende gehen- ich hatte es jetzt gar nicht mehr eilig- war einfach nur unterwegs.....die beste Pause meines Lebens.

Südlich von Aukrug traf ich wieder auf den Track- ich hatte diesen wegen der Eisdiele etwas abgeschnitten und fand es gar nicht schlimm :-)

Ich kam nun ins Tal der Stör- auf Schotterwegen und einem schönen Trail direkt am Fluß, ging es immer weiter Richtung Hamburg. Vor Barmstedt, wo ich eine weitere Pause machen wollte, tauchten dann immer öfter Betonplattenwege auf, die ich ja nicht so gerne mag.

In Barmstedt bei km 137 fand ich dann aber nichts- Eis wollte ich nicht, auch keinen Döner, so fand ich dann nur ein Kiosk, wo ich eine Cola trank. Zu essen hatte ich auch noch in meinen Trikottaschen.

Im Ziel Sonntag 19:10 Uhr
Südlich Barmstedt dann vermehrt Spurplattenwege, die mir langsam auf den Nerv gingen. Dann gab es auch noch den Schauer des Tages. Ich stellte mich zwar in einem  Carport unter aber die Straßen waren so nass, dass ich nach diesem Schauer wieder mal komplett durchnässt war. 

Jetzt wollte ich nur noch ankommen und auch keine Betonplatten mehr.

Das Ziel erreichte ich dann um 19:10 Uhr. Jedoch den Bismarckstein konnte ich nicht finden. Den ganzen Park habe ich abgesucht- und ich war mal ein guter Geocacher!

Dort wo der Track endet (siehe Garmin) war nur dieser Baum, in den ich jetzt nicht reinklettern wollte !? Passanten konnten auch nicht weiterhelfen. 

Weiter fuhr ich zum HBF, wo wir vor 2 Tagen 11 Stunden und 42 Minuten gestartet waren.

Daylight-Finish #3

20:06 saß ich im Zug und freute mich über 3 schöne , anspruchsvolle Gravel-Tage.

Von der Anstrengung her, hatte ich die Tour gründlich unterschätzt und ich brauchte eine gute Woche um zu regenerieren.  











Mittwoch, 5. Mai 2021

Landkreis-Brevet der ARA Breisgau 24.04.21

Veranstaltungen im eigentlichem Sinne gibt es ja zur Zeit nicht.

Organisierte Radtouren können nur unter besonderen Bedingungen und Regel konform durchgeführt werden. Und so hatte ich das Glück an einem der seltenen Brevets teilzunehmen, dem 300er der ARA Breisgau. 

Böllchen II, so die ursprüngliche Bezeichnung, war als einziger Brevet noch nicht ausgebucht, als ich mich informierte und daraufhin auch gleich anmeldete.

Und ich sah auch gleich, woran das lag- dieser 300er hatte viele Höhenmeter und sollte vom Schwarzwald in die Schweiz und zurück über Frankreich führen.

Das Datum passte perfekt zu unserem Verwandschaftsbesuch (I- Grades) .

Es war dann schnell klar, dass wir nicht ins "Ausland" fahren dürften.

Aus "Böllchen II" wurde der "Nordschwarzwald- Brevet". Dieser bekam dann verschärfte Kontrollzeiten, wegen der neuen Ausgangssperren, sodass wir diesen Brevet mit einem Schnitt von 19,5 km/h fahren müssten, um rechtzeitig (21 Uhr) wieder aus dem entsprechenden Landkreis hinaus zu sein. Bei den Höhenmetern wäre es für mich wahrscheinlich eng geworden.

Der Landkreis Freiburg und Breisgau/Hochschwarzwald hatte keine Ausgangssperre und so machten sich die Organisatoren daran, sehr kurzfristig noch einen "Landkreis"- Brevet auf die Beine zu stellen.

Danke, an dieser Stelle für die vielen Mühen!

Individualsport im Freien mit maximal einer Person aus einem anderen Haushalt.

Also keine Veranstaltung sondern viele Individual- Sportler, die die gleiche Strecke absolvieren. Anmeldung und Kontrollen- alles kontaktlos mittels digitaler Brevet- Karte. Startzeiten waren wählbar von 4 Uhr morgens an im 10 Minuten Takt.

Ich wählte meinen Start um 07:05 , also kurz nach Sonnenaufgang.

Im Hellen im Ziel zu sein, hielt ich für sehr ehrgeizig, bzw. kaum machbar (für mich)

Deshalb entschied ich mich für das Laufrad mit Nabendynamo- ich musste mich entscheiden, da wir mit der Bahn anreisten. Auch dies eine gute Entscheidung im Übrigen- sehr bequem, schnell und kostengünstig.

 

Auf den "Startstempel" musste ich zunächst etwas warten, denn meine digitale Brevet-Karte wurde Punkt 07:05 erst freigeschaltet. Das Hochladen meines Standortes (GPS- Daten) und das Startfoto funktionierte gleich ohne Probleme und so machte ich mich alleine auf den Weg. Ich dachte so würde es bis zum Ende bleiben und ich freute mich darauf. Entlang der Dreisam führt ein Radschnellweg in Richtung Westen aus der Stadt. Schon bald hatte ich zwei Fahrer ein- und überholt. Es rollte gut bis wir am Kaiserstuhl eine lange Rampe hinauffahren mussten. Die erste von vielen steilen Rampen, wie ich wusste.
 
 
Das Profil hatte ich am Morgen bei Tee und Toast noch einmal studiert.
 


K1 war am Stadttor eines kleinen malerischen Ortes am Ende der ersten Abfahrt.



 

Anschließend folgten ca. 40 flache Kilometer bis zu einer weiteren kleinen Rampe kurz vor K2. 

Über das Profil des Brevets machte ich mir keine Sorgen: es gab zwei lange Auffahrten, die beide nach der ersten  Hälfte des Brevets hinter mir liegen würden.

Der erste davon, beginnend bei km 100, war der schwierigste, steilste Anstieg. Openrunner zeigte einige Abschnitte >15% an. Durchgängig sehr steil. Aber zu dem Zeitpunkt wäre ich noch frisch und dazu wollte ich bei km 70 meinen ersten Kaffee trinken, so mein Plan. In Auggen an der B3 sollte es eine Tankstelle geben.

Doch es kam  etwas anders- bei km 40 etwa traf ich Jannik. Jannik will einen Bericht über seinen ersten 300er schreiben und war neugierig- auch auf meine Erfahrungen. So erzählte ich viel und die flachen Kilometer rauschten nur so dahin.

In Auggen wollte ich dann gar nicht stoppen- ich verschob die Kaffeepause auf Kirchzarten als Belohnung für den ersten langen Anstieg.


 

Hinter K2 änderte sich das Profil, wurde abwechslungsreicher.

Wir fuhren überwiegend auf kleineren Straße durch die Weinberge des Markgräflerlands. Es gab einige Ortsdurchfahrten. Hübsche Gegend hier.

Kurz vor Staufen bogen wir ab ins Münstertal - von nun an ging es stetig bergan.

In Münstertal links weg den Stohren hoch- nie gehört. Ich hab das jetzt mal gegoogelt:

Der  Stohren  ist nicht ohne Grund ein gefürchteter Anstieg. Sogar Radprofis meiden ihn wenn die Form noch nicht ausgereift ist. Vom Münstertal aus kommend geht es links in die Steigung die sich auf 5 km mit ca. 18 % in Richtung dem Ort  Stohren  windet. Der  Stohren  ist die Verbindung vom Münstertal hoch in Richtung Schauinsland. Nach der Ortsdurchfahrt  Stohren  nimmt die Steigung von den Prozenten her ab und wird etwas humaner Dieser Berg ist ein Muss für alle die, die eine Herausforderung suchen.Quelle

Wenn ich das gewusst hätte....

Gut gewählt vom Streckenplaner, diesen Berg an den Anfang zu legen.

Und so hatte ich ohne den nötigen Respekt und mit noch frischen Beinen, wenig Probleme. Die Übersetzung 34/30 hat gerade so gereicht und manchmal habe ich mir eine kürzere gewünscht. Irgendwie erinnerte mich der Anstieg an den Mortirolo und nun weiß ich auch warum.

Außerdem wartete ja noch der Kaffee in Kirchzarten, doch als wir dort ankamen, lief es gerade so gut, dass wir schon bald den Ort  verlassen hatten und schon waren wir drin im nächsten Anstieg zum Thurnerpass. 

Immer noch waren wir zu zweit unterwegs. Jannik war im Anstieg etwas schneller als ich- doch meistens folgte darauf eine Kontrollstelle, an der wir uns wieder trafen und dann gemeinsam in die Abfahrt stürzten. Hier oben war es landschaftlich wunderschön- Schwarzwald aus dem Bilderbuch.

Mit dem Wetter hatten wir im Übrigen auch richtig Glück. Hatte ich am Morgen noch gefroren- es hatte gefroren in der Nacht, so schien tagsüber durchgehen die Sonne und es wurde richtig warm. So konnte ich die Fahrt nun richtig genießen. Auch lag das Schwierigste, die zwei langen Anstiegen  hinter uns.



 

Vom 4. Kontrollpunkt waren wir zu fünft mit Abstand los gefahren und es ergaben sich nun abwechselnd auch einige kurze Gespräche mit anderen Randonneuren.

In der Abfahrt, ich fuhr vorne, meinte ich einen Pfiff gehört zu haben. Ich drehte mich um und keiner folgte- da fiel es mir ein, dass hier bei km 160 eine Kontrollstelle sein sollte. Zum Glück war ich nur wenige 100 m vorbei gefahren, denn die Abfahrt war steil. 

An einem Gasthof standen, saßen Randonneure und tranken mit Abstand Bier. Die  Organisatoren hatten eine Kühlbox platziert und eine Spendenbox- alles kontaktlos. 


 

Etwas anders war dieser Brevet und doch war es Brevet fahren, wie ich es liebe.

Im Grunde alleine fahren und hin und wieder Gleichgesinnte treffen, die das gleiche Ziel haben.

Ich hielt mich nicht lange auf, denn nach der Abfahrt wartete der (erste!) Kaffee in Titisee, den ich jetzt auch nötig hatte. Wir hielten gleich am ersten Cafe', bestellten ein großes Stück Kuchen dazu. Wieder kamen andere Randonneure.

Wir tauschten uns aus über die 999 (ich trug das Trikot) und die anderen langen Brevets der italienischen Grand Tours Serie.

Kaffee und Kuchen waren nicht nur sehr lecker- sie machten auch schnell auf den kommenden Kilometern. Die Hälfte der Strecke hatten wir geschafft und es lief immer noch richtig gut. So hielt ich die Strecke vom Titisee über Feldberg Bärental zum Schluchsee im Nachhinein für flach. Rollte sich so weg. Als wir 3 Tage später noch einmal hier sind, merke ich, dass dies nicht so ist. Der Schluchsee ist ein Stausee, der zu dieser Jahreszeit erschreckend wenig Wasser hat. Wir fahren über die Staumauer und dann eine kleine Schleife hinauf zum Blasiwald und Muchenland. Ein Fahrer kam uns entgegen und schimpfte über den Belag!? Ich fand es hier märchenhaft schön und freute mich über die Schotterpiste in der Abfahrt. Zurück am Schluchsee rollte es weiterhin sehr gut.

 

Rampen gab es jetzt weniger, das Profil wurde etwas milder, jedoch das Auf und Ab blieb. In Lenzkirch K7 gönnten wir uns einen weiteres Stück Kuchen und unterhielten uns vor dem Supermarkt mit zwei Wanderern, die bei den Temperaturen draußen schliefen. Das mussten wir zum Glück nicht. Die Ankunftszeit zwischen 23 und 24 Uhr ließ sich jetzt schon einigermaßen treffsicher vorhersagen. 


 

In Unadingen am Bahnhof trafen wir wieder einmal Walter, den Organisator. Hier nun bei km 249 war die letzte Kontrollstelle vor dem Ziel. Als wir los fuhren war es schon fast dunkel. Von den verbleibenden 60 km waren eigentlich nur noch die Hälfte zu fahren, denn danach ging es nur noch bergab. Sobald das Tageslicht gänzlich verschwunden war, wurde es gleich kalt.

Ich war froh, dass ich so viele warme Klamotten mitgeschleppt hatte, um für die großen Temperaturunterschiede gewappnet zu sein. Auf diesen letzten Kilometern erinnere ich nur die Stille. Kaum Verkehr- nur Jannik und die Fotografen mit dem französischen Kennzeichen, die immer wieder mal auftauchten und für ein gutes Foto auf der Lauer lagen. Ich war froh, dass ich so gutes Licht hatte, fuhr mittig auf der Straße, damit ich ggf. das Wild rechtzeitig sehen konnte. Die Abfahrt über St. Märgen und St. Peter war rasant.

Kurz vor Mitternacht, also knapp unter 17 h war ich dann im Ziel.


Die Frage, ob das nun Quälerei sei, gab ich nun am Ende der Tour an Jannik zurück und warte nun gespannt auf seinen Artikel in der Zeitschrift "Fahrstil"

Glücklich, endlich mal wieder einen Brevet gefahren zu sein, fiel ich wenig später ins Bett.

Einer der schönsten- aber auch anspruchsvollsten 300er, die ich gefahren bin.

 






Donnerstag, 29. April 2021

Links für Jannik

Am vergangenen Samstag bin ich den 300er vom ARA - Breisgau gefahren.

Der schönste aber auch anspruchsvollste 300er Brevet, den ich bislang gefahren bin.

Darüber schreibe ich wahrscheinlich noch einen Extrabericht. 

Ab km 40 etwa gesellte sich Jannik zu mir und fragte, ob er mich ein Stück begleiten dürfte.

Zu Zweit fahren war erlaubt, und wir blieben tatsächlich zusammen, bis wir kurz vor Mitternacht das Ziel in Freiburg erreichten. Bei den Höhenmetern hatte ich mich auf eine Alleinfahrt eingestellt. Vom Tempo her harmonierte es allerdings sehr gut. 

Jannik outete sich gleich als Journalist, der einen Bericht über seinen ersten 300er schreiben will für das Radkultur- Magazin "Fahrstil". Ob er mir ein paar Fragen dazu stellen dürfte? Ich erzähle ja gerne und legte gleich los. Vielleicht ein bisschen viel, so kennt man mich ja beim Radfahren. Später im Verlauf des Brevets wurde es dann auch ruhiger.

Hier im Blog kann man meine Geschichten natürlich auch nachlesen- allerdings fehlt eine Übersicht ein Art Inhaltsverzeichnis. Ich habe mir schon oft vorgenommen eins zu erstellen. Aber hier zunächst eine Link-Liste für Jannik zu den Touren über die ich erzählt habe.

Da ist zunächst die 1001 Miglia Italia, bei der ich in diesem Jahr teilnehmen möchte, wenn sie denn stattfinden darf.

Die Mille Miglia ist ein Super- Brevet der ARI über 1600 km mit Start/Ziel in der Nähe von Milano.

Mein Bericht aus 2008

Die 999 Miglia (1600 km) 2017 war landschaftlich wunderschön, aber auch eine der härtesten Touren- wahrscheinlich wegen der überwiegend schlechten Straßen. Link (Aktuell als 999 km Variante)  Vielleicht lassen sich bei der Distanz die Straßen eher ertragen oder man fährt mit dem Gravel-Rad.

mein Bericht hier im Blog

Bei der Alpi 4000 2018 entwickelte sich ein Wettbewerb zwischen uns Schleswig- Holsteinern. mit einem vortrefflichen Finale am Stelvio.

Mark Stevenson alias Guitar Ted ist vermutlich einer der Väter des Gravelns.

Und Trans Iowa.... ein 300 Meilen Gravel Race....

https://www.youtube.com/watch?v=iN7o_O0LXyM

Guitar Ted berichtet gerade in einer Serie jeden Sonntag darüber:

2014 und 2015 (TIV10 ,TI V11) 2 Jahre gab es für mich fast nichts anderes.

Unter anderem berichtet Guitar Ted über den "re-routing spot" und über unsere Fahrt in seinem Truck zurück nach Grinnell, nachdem ich wegen der heftigen Thunderstorms nach 380 km abgebrochen hatte.

2015 schaffte es wegen der widrigen Wetterbedingungen nur einer bis zum Checkpoint #1. Am Abend trafen sich viele Teilnehmer im Lonsky/ Grinnell.

meine Berichte hier im Blog TI V10  TI V11

Ein drittes Mal wollte ich nicht über den Teich fliegen und auf gutes Wetter hoffen.

Dazu war die Chance zu gering Ende April in Iowa. Ich musste mir also etwas anderes suchen, ein Event mit ähnlichem Charakter um den "Löwen" zu besiegen und fand den Tuscany Trail

Eine Empfehlung noch für ein weiteres sehr schönes, anspruchsvolles Brevet ist die Tour d´ Ortles.

Mittwoch, 17. Februar 2021

RuB 2021- Wir haben es überlebt

 

 
Mit Abstand, wohl nur so geht es in diesen Zeiten.
 
Ganz verzichten wollten wir jedoch nicht, auf unsere erste lange Ausfahrt im Jahr.
Aber mal ehrlich; ist es nicht meistens so bei einem Brevet, dass jeder für sich, oft auch allein, die Prüfung bestehen möchte. Windschatten fahren ist doch was für Rennfahrer! 
Irgendwann starten wir eben in die Saison, meisten im Februar. Das Wetter ist Nebensache, beziehungsweise wird so genommen, wie es kommt.
Im letzten Jahr hatten wir dieses Sturmtief mit orkanartigen Böen, die mich einmal vom Asphalt wehte.
In diesem Jahr kaum Wind, Sonne aber harte, zweistellige Minus- Grade am Morgen.
 
Stephan und ich haben gestern noch bis spät in den Abend hinein an unseren neuen Rädern geschraubt- dabei durften wir uns keine Fehler erlauben- eine Panne oder Defekt heute, wäre wahrscheinlich tödlich bei den Temperaturen.
 
Stephans Kurbel fiel dann ab nach ca. 20 Kilometern! Meine Hände waren gerade so einigermaßen warm und auch sonst war das Fahren nicht unangenehm.
Ich fuhr vor, um am Ortsschild Berlin Fotos zu machen- Clausto kam alleine und meinte Stephan habe ein Bein verloren. Also zurück die fünf Kilometer und gucken, was zu tun ist. Die Sram- Kurbel braucht einen 10er Imbus und den haben wir nicht. In der Senke, wo es rechts zum Örtchen "Weitewelt" geht, stehen drei Häuser. Beim ersten schon bekommen wir Hilfe. Ein Handwerker öffnet seine Garage, in der auch Räder stehen. Die Reparatur dauert nicht lange, reicht aber um auszukühlen und die Hände sind vom Werkzeug eisig. Das Werkzeug dürfen wir mitnehmen. Die Weiterfahrt wird nun wirklich eklig....das dauert etwa bis Gnissau...eine 1/2 bis 3/4 h. Die Sonne, die sich bislang im Nebel versteckt hatte, kam nun heraus und wärmte tatsächlich etwas. Eine weiter 3/4 h später machten wir unsere erste kleine Pause mit heißem Tee in der Sonne.


Clausto guckt nicht grimmig, er kaut- und das geht beim "Dauerlächeln" nicht, denn dann würde alles herausfallen.
Der Tee wärmt zusätzlich zur Sonne und so wird das Fahren immer angenehmer.
Ich friere nicht. Kalte Füße sind normalerweise mein Problembereich.
Ich fahre jedoch mit Moon- Boots, die ich im Keller gefunden habe. Zusätzlich habe ich eine Wärmesohle eingelegt, die mir Jochen P. geschickt hat. Danke dafür.
Er selber wollte morgens aufs Thermometer schauen und dann entscheiden....
falscher Ansatz, wie ich finde ;-)

In Hartenholm machten wir dann die zweite Pause. Ich wollte "Ausgeben" auf mein neues Rad, fand jedoch mein Portemonnaie nicht. Und das lag nicht daran, dass ich auch die Brille nicht wieder finden konnte.....
Die Kälte, die Klamotten, zweifach/dreifach übereinander, Mützen, Helm, Mundschutz....alles zu viel- da musste ich einfach abwerfen. Oder war das Gehirn eingefroren?
Die Brille fand ich dann vor dem Laden liegend wieder. Das Portemonnaie konnte ich mir gestern im Laden abholen- das hatte ich dort irgendwo hingelegt....
Richtung Kellinghusen wurde mir schon fast zu warm. 
Kurz vor dem Wendepunkt überholten uns Calli und Jochen. Sie waren etwa zeitgleich in der Nähe von Preetz los gefahren. 
 
In Kellinhusen endlich eine Tanke. Aus Gewohnheit wollte ich mich dort an den Stehtisch stellen und meinen Kaffee trinken----darfste nicht machen----so stellten wir uns gegenüber der Tanke an einen Mauerturm mit Tresenhöhe in der Sonne. 
Richtung Neumünster überholten uns Calli und Jochen, die in Kellinghusen beim EDEKA etwas länger Pause gemacht hatten, noch einmal.
Dann wurde es nach ca. 10 h Fahrzeit auch dunkel und die Kälte zog wieder an.
Vor Eutin hatten wir wegen einer Streckenvariante noch weiße Straßen und kurz vor 19 Uhr also nach knapp 11 h waren wir im Ziel. 

Insgesamt waren 10 Fahrer auf dem Track unterwegs gewesen.
 
Morten und Ole waren mit einem Velomobil unterwegs und kamen am Ende auf 270 bzw. 325 Kilometer. Die Übrigen 8 Fahrer fuhren ca. 200 Kilometer in 10-11 h.
 
Am Ende hat mir, bis auf das Portemonnaie, nichts gefehlt. Es hat Spaß gemacht und gezeigt, dass es geht- auch in diesen Zeiten einen Brevet zu fahren.
 
 

 


 











Mittwoch, 3. Februar 2021

Rund um Berlin 2021


Aus besonderem Anlass, in diesem Jahr als Einzelzeitfahren.

siehe Ausschreibung hier auf der Halara- Seite 

 

05:00 Uhr-----Minus 9° C

Wir wollen das!   Nicht frieren, auf jeden Fall.

Alle Vorbereitungen dazu sind getroffen und meine Stanley Thermoskanne ist auch noch rechtzeitig angekommen; vorgestern aus dem Lager meines Lieblings- Versenders von Fahrradteilen rausgegangen, gestern morgen 05:44 Uhr schon in  Neumünster und vormittags zugestellt. (Nein, es ist nicht der, der klingt, wie der wasserreichste Fluss der Welt.)

Stephan und ich haben gestern noch bis spät in den Abend hinein an unseren neuen Rädern geschraubt- dabei durften wir uns keine Fehler erlauben- eine Panne oder Defekt heute, wäre wahrscheinlich tödlich bei den Temperaturen.

Wir sind also beide auf Jungfernfahrt, Stephan mit seinem Ridley X- Fire und ich mit meinem Pure22, an dem ich den ganzen Winter geschraubt habe.

Beide haben wir zufällig die gleichen Reifen gekauft, Strada Bianca von Challenge in 36er Breite:

"Der Strada Bianca wurde speziell für Schotterpisten entwickelt. Auf langen Strecken über nicht befestigte Wege fühlt er sich demnach besonders wohl. Aber auch im Alltag macht dieser unempfindliche Reifen mit Pannenschutz-Einlage eine gute Figur. Das flache Profil hält den Rollwiderstand gering, während die höheren Seitenstollen für den nötigen Grip in Kurven sorgen.

Der Faltreifen ist ausgestattet mit einer 120 TPI Karkasse aus Nylon und mit Puncture Protection Strip (PPS), einer zusätzlichen Schicht aus hochfesten Gewebe zwischen Karkasse und Reifen um das Pannenrisiko zu verringern. "

Ich hatte gestern Abend noch einmal geschaut,  ich vertraue PPS und TPI.

 

Ein Erlkönig wurde schon zweimal gesichtet in den letzten Tagen. 

Erlkönige werden häufig in verschneiten Gegenden, in Schweden etc. gesichtet.

Mein neues Rad am Mittwoch hier in der Nähe des Bungsberges. Auffällig beim ersten Test, der längere Radstand und die Sitzlänge trotz kurzem Oberrohr

Sind die Straßen frei am Samstag, fragen sich die, die eine Beteiligung bekundet haben....Ein Test am Donnerstag ergab, um Eutin sind die Straßen des Tracks frei.

RuB, verläuft ja fast ausschließlich auf breiten Landstraßen- nicht nur weil ich es liebe Landstraßen zu fahren sondern auch, weil wir bei dieser Tour auch schon mal einen Wirtschaftsweg hatten, der komplett vereist und unfahrbar war. Ortsunkundige Teilnehmer schoben dieses Stück südlich von Ahrensbök.

Das Bild entstand auf der Rückfahrt- die kleinen Wirtschaftswege haben also eine geschlossenen Schneedecke. Perfekt um das Fahren auf weißen Straßen zu testen.

Das Rad läuft schnurgerade wie auf Schienen darüber. Auch ein Profilreifen wäre hierbei nicht besser gewesen.


Die neue Thermoskanne passt perfekt in die Trinkflasche, soll das Getränk 9 h lang heiß halten. Dann wollen wir im Ziel sein,   denn dann beginnt die Dunkelheit- die Kälte zieht wieder an und es könnte stellenweise glatt werden, da wo Schnee möglicherweise getaut ist.

Die Sonne soll uns den ganzen Tag begleiten.

Also dann......



 

Montag, 21. Dezember 2020

1001 Graveller

Wenn ich nicht fürs Querfeldein trainiere, bereite ich mich auf die 1001 Miglia vor.

CX- Training heißt ja eher "kurz und schnell"- aber manchmal brauche ich einfach eine längere Strecke mit Tankstellen-Stopps und Bäcker- Pause.

Und dazu hatte ich mich mit Clausto und den Schotterrädern verabredet.

Surly hatte ich die 40er WTB von Guitar Ted verpasst. 

 

Clausto war der Kapitän unserer heutigen Tour, die uns zum Oldenburger Graben führen sollte. Heute wollten wir mal nicht hoch hinaus, denn der Oldenburger Graben  ist eine unter Normalnull gelegene Rinne in Ostholstein, rund 22 km lang und zwischen 2 und 20 Metern breit. Landschaftlich gänzlich anders, als im übrigen ostholsteinischen Festland, ist es für Clausto eine kleine Reise in die Fremde- für mich eine Reise in meine alte Heimat am Niederrhein. Auch hier gibt es zahlreiche Kopfbäume- kann mich gar nicht satt sehen daran.






In der Stadt Oldenburg verpflegten wir uns bei km 50 und km 80.

Leider nur ToGo- aber das war Ok- mit Kaffee, Kakao und Gebäck.

Bevor wir den letzten Abschnitt fuhren, drehten wir noch eine Runde auf den Wall-Anlagen- diese ähnelte einer historischen Radrennbahn für Geländeräder.

Wir trennten uns bei Sonnenuntergang- jeder in Richtung seines Shelters.

Schön mal wieder von Sonnenauf- bis Untergang unterwegs gewesen zu sein.

Ob´s einen Trainingseffekt für die MM hat?



Sonntag, 13. Dezember 2020

Zum Lübecker Weihnachtsmarkt

Die Tradition aufrecht halten.

Eins ist sicher, Geschubse gibt es nicht auf dem Weihnachtsmarkt heute.

Aber fahren geht ja noch- noch darf ich den Radius ums Haus größer als 15 km halten....


Also, so lange es noch geht- rauf aus Rad und Auf zum Lübecker Weihnachtsmarkt.

Bericht und Fotos folgen....

Bis dahin :

https://randonneurostholstein.blogspot.com/2012/12/zum-lubecker-weihnachtsmarkt.html

 

Vieles war ähnlich:

eine lange, kalte Anfahrt, eine (etwas öde) Einfahrt in die Stadt Lübeck im Halbdunkel und eine kalte Rückfahrt und am Ende 100+ Kilometer....

Anders in diesem Jahr, tatsächlich kein Geschubse auf dem Markt.

Da ich diesen Weihnachtsmarkt noch nie mochte und nur wegen der Tour dabei war, fehlten mir nur die Vereinskollegen.

Von Eutin aus fuhr ich zunächst zur Küste und dann Richtung Travemünde/Priwall.

Einen ersten Fotostopp machte ich an der Steilküste.

2° , diesig und Wind aus Süd-Ost...kein Wetter, um sich lange aufzuhalten. Nach dem Halt, war mir schon kalt- also schnell weiter zur Fähre. Dort wollte ich eine erste kleine Pause machen. Ich hatte heißen Tee mit und wärmte mich zunächst im Vorraum eine Bankfiliale kurz auf. Vor und auf der Fähre ging das Frieren weiter. Dassow war mein Ziel zunächst und von da an würde ich etwas Rückenwind haben. Die weitere Strecke bis Lübeck war größtenteils neu für mich und interessant. Es wurde dunkler und es fing an zu regnen. Die Einfahrt in die Stadt Lübeck war nicht schön, erinnerte mich aber doch an so manche Weihnachtsmarkt- Tour mit den Vereinskollegen. Auf dem Markt ein kurzes kaltes Foto und weiter auf dem kürzesten Weg (vorbei am Bahnhof) über Stockelsdorf, Curau, Malkendorf nach Eutin. Immer, auch an den Steigungen, im dritten, also größten Gang, damit mir wärmer wurde... Endlich zu Hause hatte ich 103 km auf dem Tacho und den Eintrag in die Halara- Wertung war hart verdient.

Wir waren mal kurz an der frischen Luft, hätte ein Vereinskollege gesagt.

Bei dem Wetter, ohne wärmende Einkehr, ohne Vereinskollegen macht das Fahren nicht durchgehend Spass- ist mein Fazit











Dienstag, 29. September 2020

Kleiner Rennbericht vom Crossrennen am Sonntag 27.September

 Kleiner Rennbericht vom Crossrennen am Sonntag:

13 alte Männer am Start der  AK Senioren4 in Kaltenkirchen. So viele gab es lange nicht, nicht seitdem ich fahre. Nachwuchssorgen gibt es nicht, rücken doch immer neue Fahrer auf. Diesmal waren es 7. In den letzten Jahren waren wir hier manchmal nur zu Dritt am Start und die Podiumsplätze sicher.
 
Toll, ein richtiges Rennen mit deutschem Meister und ehemaligem deutschen Meister am Start. Klar, keiner weiß, welche Rennen noch abgesagt werden und ob es in dieser Saison nicht das Einzige bleibt.
 
Der Parcours im Park bei Dodenhof ist anspruchsvoll: 
steile Anstiege, Sandbunker und Hoppel- Wiese, Schräghänge mit feuchtem Moos und Gras. Absteigen oder Fahren heißt es manches mal,  ich laufe fast alles,  nachdem ich es in der Proberunde probiert habe. Ist schneller ? so rede ich mir ein. Starte aus der ersten Reihe und komme gut weg. 1/2 Minute vorher starten die Frauen , davor Sen 3.
 
Nach dem ersten Bergauflaufen sind wir noch kompakt. Der Kampf um Platz drei kann beginnen. Doch dann folgen Fahrfehler und im Verlauf drei kleine Stürze mit heruntergefallener Kette und festsitzendem Bremsschuh. Der dritte Podiumsplatz fährt dahin, hätte ich auch ohne Stürze nicht erreicht. Zu stark ist der Nachwuchs. 
In Runde drei oder vier sammele ich einige Frauen und Sen3-Fahrer ein. Ich fahre nun vorsichtiger und sauberer und komme rein ins Rennen. Dann taucht Karl-Heinz vor mir auf; bei der Nordmeisterschaft vor 2 Jahren war der Mecklenburgische ehemalige Deutsche Meister nur 4 Sekunden vor mir im Ziel gewesen. 
Kann ich ihn heute schlagen? In der letzten Runde läuft es bei mir. Hinter dem Sandbunker auf der Geraden kann ich ihn überholen,  bevor es in die nächsten technischen Passagen geht. Hinter der Doppelhürde kann  ich die Distanz leicht vergrößern . Nun folgen wieder Anstiege, Schräghänge und die steile Abfahrt mit Löchern und Wellen, wo man im Blindflug hinunter stürzt bevor man unten versucht die Kurve zu kriegen. Besser man klickt oben in Ruhe ein. Ich bleibe auf dem Zielstrich vorne und wir freuen uns beide im Ziel , endlich wieder Rennen zu fahren. Nächste Woche sehen wir uns wieder, zusammen mit weiteren 21 alten Männern im MTB-Park in Bad Salzdetfurt.
 
Alle Bilder in diesem blog von Michael Richter (aka Mike 664 bei HFS)