Dienstag, 13. Dezember 2016

Tuscany Trail- Der dritte Tag

Zum Sonnenaufgang wieder auf dem Rad sitzen, so ist meine Devise bei einem Brevet und das möglichst ausgeschlafen. Sechs Uhr klingelte der Wecker, da war es schon hell- ganz so streng wollten wir es nicht nehmen.
Ein Frühstück würde es aber noch nicht geben- die Bar sei aber rund um die Uhr geöffnet.
Fertig gepackt, nahmen wir also in den Ledersofas der Lobby Platz. Der etwas müde wirkende Barmann brühte uns einen starken Kaffee nach dem anderen.Ein Kuchen stand auf dem Tresen,den sollte ich selber anschneiden und mich bedienen. Ich glaube, wir aßen den Halben.

So gestärkt konnten wir die weiteren Herausforderungen des Tages in Angriff nehmen und dazu wechselte ich noch einmal die Bremsbeläge.



Auf dem berühmten Piazza Il Campo flogen die Schwalben hoch- ein gutes Zeichen



Hinaus und Hinunter fuhren wir die Strecke, die bei der "Strade Bianche" die Zielgerade ist. Fabian Cancellara war hier im Frühjahr Sieger.


Bald schon folgen die ersten weißen Straßen und dazu gibt es zum ersten Mal blauen Himmel.


Der Via Francigena deckt sich hier mit Teilen der l'Eroica- Strecke, das heißt- endlich, die ersehnten Schotterpisten, gravel roads oder strade bianche, wie sie hier in Italien genannt werden. Im Sonnenlicht sind sie wirklich weiß.

Bis San Quririco d'Orcia rollen wir zügig durch eine typisch toscanische Landschaft.

Hier in der Altstadt suchen wir uns ein Cafe' für unser zweites Frühstück. Der Appetit ist immer noch groß und hier lässt es sich auch gut sitzen. Da das Fahren ja nun etwas leichter war planten wir nun zum ersten Mal unsere Zielankunft- wir rechneten und kamen zum Schluss, dass eine Zeit unter 3 Tagen noch machbar wäre, also auf jeden Fall bräuchten wir keine weitere Übernachtung- wir würden durchfahren.

Hinter Qurico wieder Schotterpisten- die Abfahrten sind teilweise recht flott und auch kurvig- anders als in Iowa. Wir kommen nun ins Tal der Orcia, die Landschaft wurde 2004 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.Richtig warm ist es inzwischen geworden.
Irgendwo will der track uns von den schönen weißen Straßen trennen. Abrupt knickt ein trail von der Straße ab und fällt gleich steil hinunter.
Es ist, wie am Tag zuvor, ein trail; steinig und schlammig und so steil, dass ich nur am Anfang noch auf dem Rad sitzen kann. Bald kann ich die Bremsen nicht mehr halten und holpere laufend den Berg hinunter. Ein MTBler, noch fährt er, überholt mich. Die Bremsen qietschen bis er in den Büschen landet. Er steigt aber immer wieder auf.
So geht es ziemlich lange bis zum Fluss Orcia, der durchwatet werden muss. Seit heute morgen fahre ich mit trockenen Füßen, das will ich nicht ändern und ziehe Schuhe und Strümpfe aus.



Auf der anderen Seite geht es genau so steil wieder bergauf. Zum Ort
Castiglione d'Orcia müssen wir nicht ganz rauf, wir biegen vorher links weg und hinunter ins nächste Flusstal. Torrente Onzola, heisst der Fluss- anschließend wieder rauf und wieder runter zum Torrente Vellora und der nächste Fluss heißt Torrente Rofanello.
Im Profil sehen die 35 km von Orcia bis Radicofani so aus:

1100 Hm sollen das laut QLandkarte sein- viele davon geschoben. Das lockere Dahinrollen vom Morgen ist nun vorbei. Es wird wieder richtig anstrengend, dazu kommt noch eine schwüle Hitze. Ein Gewitter kündigt sich an und als wir nach Radicofani aufsteigen liegt der Monte Amiata, den wir hier nur umfahren, schon mittendrin im Unwetter.
Wunderschöne Landschaftsbilder konnten wir nun genießen.

Blick auf Radicofani- noch freundlich



Blick in Richtung Monte Amiata

 
 



In der Abfahrt von Radicofani Richtung Süden ist es noch freundlich...

...aber der Blick zurück, zeigt auch den historischen Ort nun schon im Dunklen.
Daher das Logo des Tuscany Trails

Als es anfängt zu regnen können wir noch eine Bar ansteuern und bleiben erst einmal trocken. Eis, Kaffee und Nudeln. Die Nudeln sind aus der Microwelle und während ich esse, habe ich schon so ein merkwürdiges Gefühl...

Wir sind nun mitten drin im Ungewetter und es sieht nicht so aus, als ob sich das bald ändern würde. Also sitzen wir wieder auf, die Straßen sind  überflutet und wir würden sowieso nass.
Ist man erst einmal richtig durchnässt, macht das Fahren sogar Spass- wir haben kräftigen Rückenwind und fliegen nur so über die Schotterpisten- Blitze zucken rechts und links.




Andere Fahrer haben sich untergestellt und winken uns zu
Weiter Richtung Süden wird es langsam trocken. Plötzlich komme ich die Steigungen nicht mehr richtig hoch, ja, ich halte sogar einmal an und pausiere kurz. Ich spüre ein Unwohlsein im Magen, das sich bei der Weiterfahrt deutlich verschlimmert. Klaus fährt nun irgendwo vor mir und ich schleppe mich die Letzten Steigungen hinauf nach Sorano, einem weiteren mittelalterlichen Ort. Ich bin ganz ergriffen von der Schönheit.
Klaus wartet an einer Ecke des Hauptplatzes.Folkloremusik und viele Menschen sind plötzlich um mich herum, Klaus, der weiter will und mir bedeutet, dass ich mir schnell ein Eis holen solle, dazu das flaue Magengefühl und das wird mir dann alles zu viel...Ich sage, Klaus möge doch vorfahren und wir würden uns dann im nächsten Ort treffen.
Es gibt immer Momente bei einem Brevet, da muss man sich trennen. Dieser war jetzt wohl gekommen. Klaus war dann auch einverstanden- da verstehen wir uns einfach gut; kein langes Gerede drumherm.
Ganz in Ruhe hole ich mir jetzt tatsächlich ein Eis, schaue kurz woher die Musik kommt und gehe dann in ein Cafe, weil ich vor Kälte zu zittern anfange. Ich bestelle keinen Kaffee ! sondern Tee. Woher kommt bloß plötzlich diese Kälte. Ich erfrage eine Zeitung und stopfe mir diese nicht nur vorne ins Trikot sondern eigentlich überall.
Als ich endlich wieder auf dem Rad sitze, friere ich gar nicht mehr. Die Zeitungen wirken Wunder.
Leider muss ich bald darauf schon wieder anhalten, weil die Übelkeit einfach raus will. Das geht so ein paar mal bis ich nach Pitigliano komme. Nicht auf der Straße, einen trail- Fußweg sollen wir hoch. in Pitigliano halte ich Ausschau nach Klaus- doch finde ich ihn nicht. Auf der Weiterfahrt treffe ich einen Schweizer. Eine Weile fahren wir zusammen- doch dann ist er mir zu schnell.
Bald wird es dunkel. Wir waren nun eine Weile auf Asphalt gefahren, kamen nun aber wieder auf eine Schotterpiste, die in einen Wald hinauf führte.
Ich fühlte mich schlapp und als ich an der höchsten Stelle war, hielt ich an und setzte mich in den Schotter. Mir ging es nun richtig dreckig.
Hier oben gab es nur Kühe, die mich anglotzten. Ich schleppte mich laufend noch etwas weiter und beschloss dann beim nächsten Hof um Hilfe zu fragen- ich wollte mich nur noch hinlegen und, wenn es ginge, vorher noch heiß duschen.
Ich klopfte irgendwo und versuchte meine Situation deutlich zu machen.
Leider ohne Erfolg, jedoch sollte ein Kilometer weiter eine Herberge sein. Leider bekam ich auch dort keine Möglichkeit, die Nacht zu verbringen. Drei MTBler, die dort essen wollten, fuhren dann mit mir gemeinsam weiter. Sie nahmen mich in die Mitte- hatten meine Situation verstanden. Bald kamen wir an eine Hauptstraße und dort eine weiter Pension. Die Rettung für mich, die drei bekamen nichts zu essen- ich aber ein Zimmer mit Dusche und Bett.
Wieder duschte ich bis ich nicht mehr fror, wickelte mich dann in die Decke ein. Ich stellte keinen Wecker, denn mittlerweile, war ich soweit, von diesem Ort auf direktem Wege auf Asphalt in den Zielort Capalbio zu fahren- so schlecht ging es mir.





Tuscany Trail - Das Finale

5:30 Uhr
Klick! Augen auf- ich bin gleich hellwach:

 "Gesund! Ich fahre (tracktreu) zu Ende!

sind meine ersten beiden Gedanken. Ich horche in meinen Körper- tatsächlich, ich fühle mich wieder gesund.

Rasch packe ich nun meine Sachen, bezahlt hatte ich schon am Abend, und sitze bald auf dem Rad. Die Sonne scheint und ich schieße noch ein Foto von der rettenden Herberge, bzw. von der Gartendeko davor.
100 km sind es noch etwa bis ins Ziel, von hier aus würde es immer leicht bergab 50 km bis zum Mittelmeer gehen und dann gab es da noch eine Halbinsel, die umrundet werden sollte- Die Halbinsel bestand quasi nur aus einem Berg, dem Monte Argentario,etwa 300 m hoch.
Mit den MTBlern war ich gestern etwas vom track abgekommen, ich musste also erst einmal wieder zurück auf den track. Nun folgten wunderschöne, gerade, leicht abfallende Schotterpisten. Es ist gut, dass es nun leicht voran geht, denn ich merke, dass ich noch sehr geschwächt bin- da kommt mir dieses Profil sehr entgegen.Es gibt kleine Gegenanstiege, die nicht der Rede wert sind, denn meistens folgt darauf eine doppelt so lange Abfahrt. Hui, das macht Spass.

Die MTBler, die ja alle schon kurz vor dem Hungerast standen, taten gut daran, den track in Richtung Manciano verlassen zu haben, denn der führte gar nicht dorthin und überhaupt gab es bis Albinia, dem Küstenort, nicht eine einzige Einkehr. Ich fühlte mich zwar schlapp, hätte aber sowieso nicht essen können. Ich traf Alberto aus Milano, der auch ein grünes Surly fuhr- allerdings ein "straggler" also einen Crosser mit Scheibenbremsen. Wir fuhren lange zusammen, so dass mir die 50 km bis zur Küste gar nicht lang vor kamen.

Direkt am Anfang, ein Kaufladen, zwei MTBler standen schon davor:
hier trennten wir uns, denn ich wollte nun doch etwas esssen.

Ich kaufte Bananen, ISO und Wasser- später würde ich irgendwo einen schwarzen Tee mit Zucker trinken.





Ich fuhr weitere 15 km bis Porto Santo Stefano- bis hierher war alles flach gewesen. Nun konnte ich zum ersten Mal das Winterunterhemd ausziehen, denn es war, obwohl es noch früh war, schon richtig warm geworden. Keine Wolke am Himmel- so hatten wir uns das Wetter eigentlich für den Tuscany Trail vorgestellt.
Nützt ja nix, nun musste ich rauf auf den Berg und um die Insel herum.
Leider war ich noch immer sehr geschwächt, denn nach einer kleinen Probephase, merkte ich schnell, dass ich keinen Anstieg mehr würde fahren können. Egal, und wenn ich den Rest laufen müsste, ich wusste ich würde finishen und zwar tracktreu. Klaus würde warten müssen, das war mir klar, aber es ging eben nicht anders.
Der trail war sehr steinig, steil aber trocken- hier hatte es lange nicht geregnet.
Für diese 27 km auf der Insel brauchte ich 3h 40 min. Es wurde nun richtig heiß- der Löwe zeigte noch einmal sein hartes Gesicht- mir ging es jedoch gut, denn ich wußte dieser trail würde endlich sein. Es war hier oben sicherlich sehr schön, doch dafür hatte ich keinen Blick mehr, und ich machte auch nur ein Foto.
Simon aus Süddeutschland überholte mich irgendwo- er gab mir getrocknete Banane und Koffein/Guarana- Bonbons. Wir liefen ein paar Meter zusammen- das tat gut- doch dann verabschiedete er sich quietschend, denn er hatte keine Bremsbeläge mehr für seine Scheiben. Ja, er hatte am Abend zuvor mit dem Gedanken gespielt abzubrechen deshalb- sich aber am Ende fürs Finishen und gegen seine Scheiben entschieden.
Ich hörte ihn noch lange in den Abfahrten.
Am Ende gibt es noch eine Besonderheit. die erwähnenswert ist:
ich komme endlich auf Asphalt- will aufsteigen- doch was ist das?
Die Straße ist so steil, das man sogar zu Fuß Mühe hat, dort hoch zu kommen- so eine Steigung habe ich noch nie gesehen.
Die letzten 18 km sind , bis auf einen kleinen Fiesling, sehr flach und schön:
es geht zunächst durch ein Naturreservat, sandige Pisten gesäumt von Zypressen und Pinien und immer geradeaus- ein schönes Finale.



In Capalbio Scalo fahre ich zunächst gegen die Einbahnstraße- entscheide mich aber dann doch für tracktreue- ich hätte 400m sparen können.
Aber warum- jetzt erst recht nicht mehr.





Die Zieleinfahrt ist relativ unspektakulär- eine Sportbar, ein paar Leute und eine Liste in die ich mich um 15:02 Uhr eintrage.
Ich wundere mich doch sehr, dass ich nach diesen 78h mich noch als 42er eintragen kann- ich blättere zurück: Klaus war um 3:23 Uhr als 17. ins Ziel gefahren. ( man muss da noch ein paar DNFs abziehen, die sich auch in die Liste eintrugen)
Ich treffe Klaus, dusche noch schnell, denn in einer halben Stunde geht schon unser Zug zurück nach Massa.







Nun, als Finisher kann ich auch die Steuersatzkappe montieren- ein schönes Erinnerungsgeschenk




Später:
Der Löwe ist gezähmt- würde sagen Trans Iowa kann ich nun archivieren- da bleibt nichts mehr offen und ich kann mich weiterhin neuen Abenteuern widmen.
Da wäre zum Beispiel Torino- Nice, das mich doch auch sehr interessiert.









Freitag, 18. November 2016

GOW Eibergen 19 November 2016


Het werk is af!!

Eindelijk is het zover, de eerste cross op het nieuwe terrein van RTC de Stofwolk. Er ligt een hagelnieuw parkoers. Het oude rondje door het vertrouwde bosje is niet meer in 2016. Deze ronde zal veel van de conditie vergen. Er zijn diverse herstelpunten aangebracht en die zullen hard nodig zijn. 
Het parkoers bestaat voor een deel uit het nieuwe MTB terrein van RTC de Stofwolk en voor een deel uit een MTB lus aangelegd door de gemeente. Deze lus ligt pal naast het terrein van RTC de Stofwolk en zorgt voor een mooie afwisseling in het parkoers.

Kom 19 november naar de GOW Eibergen en laat je verrassen.

Montag, 11. Juli 2016

TuscanyTrail

 Bericht von Clausto Copy:




Grob die Daten:
200km Mountainbike Trails,
200km Strade bianche weiße Straßen,
(wenn es nicht regnet),
200km Asphalt.
590km, 12000Hm,
Das war ein Erlebnis, viele steile Anstiege mit schiebe und Wanderanteil.
Steile Abfahrten über Geröll, Durchquerung einiger Flüsse.
Alles ohne Kontrollstelle.

Anhängend meine Fotos.
 
Ein paar aus der Pension vor dem Start.
Der Start,bei Nieselregen, 528 gemeldete Starter.

Wir fuhren als fast letzte los. Es begann gleich nach dem Start kräftig zu regnen.
Die Straße waren überflutet, bis zu 30cm . Nasse Füße begleiteten uns durch den
ganzen Brevet.
Mehrere Flußdurchquerungen und Schüttregen sorgen für einen erfrischenden
Wasseraustausch.
Die erste Etappe war hammerhart. Unglaublich steile Anstieg die selbst
des Rades schwer machten.
Den ganzen Tag haben wir auf 900-1100Meter Höhe im Nebel verbracht.
Die Helmleuchte konnte ich in der Dämmerung nicht verwenden, da der Lichtkegel im
Nebel streute und blendete.
Nach 132km folge eine langen Abfahrt auf nahezu Meereshöhe. Jetzt wurde es wieder
wärmer und sehr angenehm.
Ich versuchte eine Pizzeria zu finden. Wir waren den ganzen Tag in den Bergen unterwegs
gewesen, haben nur zwei Ortschaften mit kleinen Cafe`s durchfahren.
Ein Foto zeigt einen Briten der sich ,unterkühlt, einen Fön an die Brust hält.

Wir konnten unseren Reiseproviant nicht ergänzen und haben nur einmal Wasser nachgefüllt.
Gerald hatte bedingt durch seine Felgenbremsen große Probleme bei den Abfahrten.
Er mußte teilweise zu Fuß gehen, da die Beläge schon nach einem halben Tag fast aufgebraucht
waren.
Foto Tisch mit Stühlen
Die erste Nachtruhe von 23.30-6.00Uhr ,kurz vor Florenz, in einem Eventzelt, dank der freundlichen Unterstützung des
Wachpersonals.
In der Nacht fanden sich noch weitere Schlaflose Radler ein.
Ich konnte leider nicht schlafen, die unruhige Umgebung ,ein Stromaggregat und eine
schleichende Kälte (in der Toscana? ja!) waren ließen mich nicht zur Ruhe kommen.
2.Tag
Nach 6 Stunden ruhen fuhren wir weiter. Sven aus Berlin kam gerade an dem Zelt an
und wollte sich ausruhen.
Sven war teilweise mit dem Rad angereist, zumindest über die Alpen. Dann ist er noch
nach seiner Zielankunft am Montag 130km bis zum Flughafen nach Rom gefahren.
Jetzt folgten Waldpassagen, Wanderwege und Straßen. Überaus heftige ,aber kurze Anstiege.
Ich hatte jetzt einen durchhänger , Gerald war viel besser drauf ,so daß ich hinterherzuckelte.
Er wartete immer wieder und machte Fotos, auch von meinen Schiebpassagen.
Ich habe da aber mein Gesicht gepixelt damit mich niemand erkennt.

Kurz vor Siena aßen wir ein schönes Eis und suchten nach einem Radhändler. Gerald brauchte neue Bremsbeläge und ein Rücklicht als Ersatz für seinen jetzt dauerleuchtenden Rückstrahler.
Der Regen hatte das Licht auf Dauer gestellt.
Im Dauerregen weiter.
In Siena suchten wir nach einem Hotel. Nach vier Absagen konnte ich Gerald davon überzeugen
erst einmal etwas zu essen.
Es war jetzt 19.30Uhr
Wir ließen uns in einem Lokal, mitten in der Fußgängerzone nieder.
Die Bestellung zog sich hin, aber das Essen war sehr gut.
Ich aß zwei Calzone und trank etwas Rotwein und Wasser.
Entmutigt fragten wir in einem weiteren Hotel noch einmal nach einem Zimmer, ohne Erfolg.
Aber wir bekamen einen Tipp. Und bei diesem letzten Versuch klappte es dann.
Wir waren sehr glücklich und erleichtert.
Endlich duschen, Wäsche waschen und schlafen.
Was für ein Genuß.
Nach 40 Stunden ohne Schlaf hat es dann bei mir auch geklappt.
Das Waschbeckenbild stammt aus Siena.
Der dritte Tag begann mit einem kleinen Frühstück im Hotel.
Ein paar Cappuccino und Rosienenbrot, daß ich noch bei mir hatte.
Zudem gab so etwas wie Sandkuchen.
Wir versorgten unsere Räder mit Kettenöl, daß wir zwei bis dreimal
an jedem Tag auftragen mußten.
Wir brachen auf und fuhren zum zentralen Platz von Siena. Dort machten wir Fotos,
dann ging es aus der Stadt heraus auf die schönen Strade bianche.
Wir fuhren durch eine wunderschöne Landschaft auf den ausgeschilderten Wegen
der L`eroica und einem Pilgerweg.
Ich war gut in Form. Die Schlafpause hatte mich wieder fit gemacht.
Als wir an einer Dorfgasstätte vorbeikamen begann es wieder zu Regnen.
Wir kehrten ein und bestellten etwas zu Essen und zu trinken.
Ein paar Kameraden überholten uns bei diesem Stop.
Der Regen wollte kein Ende nehmen. Wir wurden ungeduldig und brachen auf.
Noch etwas Öl für die Kette und dann ging es weiter.
Nach kurzer Zeit wurde der Regen noch heftiger. Es begann zu Blitzen und zu Donnern.
Ein Blitz schlug direkt in unserer Nähe ein.
Die Fahrspuren der Feldwege waren jetzt komplett unter Wasser. Gerald machte sich
einen Spaß aus der Wasserschlacht. Er tobte übermütig durch die Pfützen.
Wir überholten uns gegenseitig. Doch irgendwann verloren wir uns.
Über viele Kilometer fuhr ich vor Ihm dahin.
Als wir in Sorano an einer Eisdiele vorbeikamen hielt ich an.
Ich stelle mein Rad so hin, daß er es sehen mußte und ging mir ein Eis kaufen.
Dann kam Gerald angeradelt.
Ihm ging es nicht so gut. Vielleicht eine Magenverstimmung.
Wir verabredeten, daß ich voraus fahren sollte. Ich sagt, daß ich bei der ersten
Pizzeria an der Küste warten werde.
Wir hatten heute 130km geschafft, und noch einmal so viel zu fahren.
Es war wohl gegen 16.30Uhr.
Ich fuhr los und es rollte sehr gut. Wir waren auf 400m Höhe und es sollte eigentlich
nur noch bergab gehen bis zum Mittelmeer, dachte ich.
Es kamen aber noch einige heftige Anstiege.
In Pitigliano kam ein Auto an einem Anstieg angeschlichen. Ich war schon etwas genervt, daß es
nicht überholte.
Dann bemerkte ich, daß ich vom Filmteam der Veranstalter gefilmt wurde.
Ich gab noch einmal alles und verpasste dabei den Abzweig zu einem Singletrail der in den
Ort führen sollte.
Sattdessen fuhr ich auf der Haupstraße, dem späteren Rausfahrtrack in die Stadt ein.
Also alles noch mal zurück.
Als ich im Ort war wollte gerade eine Gruppe mit sechs Italienern weiter. Ich fuhr die
folgende Abfahrt hinter der Gruppe, damit ich mich nicht wieder verfahre.
Auf dem nachfolgenden Gegenanstieg überholte ich dann die Gruppe.
Das führte unweigerlich zu einem kleinen Rennen über ca.15km Asphalt.
Ich habe mir damit keinen gefallen getan. Aber die Italiener wohl noch weniger.
Zumindest habe ich darauf geachtet mich nicht total zu verausgaben.
Somit konnte ich sie nachdem wir wieder auf einem Feldweg waren an einer
steilen Rampe abhängen.
Ich fuhr natürlich, und das kann ich auch nicht steuern, schneller als eigentlich
wollte.
Ich wollte auf gar keinen Fall zurück Überholt werden.
Mein Getränkevorrat ging zur neige. Ich hatte leider keine Karte auf mein
Garmin geladen. Nur den Track.
Ich wußte also nicht ob Ortschaften in der Nähe meiner Strecke waren
Aus der Erinnerung war mir bekannt, daß ich nicht weit von den Badeorten
am Mittelmeer entfernt war.
Zum Glück kam dann eine Tankstelle. Es war wohl gegen 22.00Uhr.
Die Bedienung wollte gerade schließen. Ich bekam noch eine Flasche Wasser.
Zusammen mit einer Tüte Erdnüsse, die ich schon seit Tagen durch die Gegend
schleppte stärkte ich mich erst einmal.
Ich wollte Gerald anrufen, aber mein Handy streikte. Es war Opfer der Wassermassen
geworden.
Ich ölte die Kette noch einmal.
Dann ging es weiter. An der Küste fuhr ich durch Ortschaften in denen ,jetzt am Samstag,
gefeiert wurde.
Gaststätten habe ich nicht gesehen. Ich wollte jetzt aber auch durchziehen und das Ding
zu Ende fahren.
Noch eine schlaflose Nacht wollte ich nicht verbringen. Das Wetter wurde jetzt auch besser.
Es war trocken ,warm und angenehm durch die dunkle Nacht zu radeln.
Ich fürchtete noch, daß mir der Strom für das Garmin ausgehen würde, und nahm die
guten Batterien der Helmleuchte.
In die Helmleuchte legte ich gebrauchte Batterien ein.
So radelt ich weiter auf den letzten großen Berg zu.
An dessen Fuß besorgte ich mir noch zwei Dosen Cola für den finalen Angriff und
eine große Flasche Bier für die Zielankunft.
Die ersten Kilometer schaffte ich radelnd hinauf. Dann wurde es geröllig.
Ich begann zu schieben Selbstgespräche zu führen und zu schimpfen. Stellte mir
die Sinnfrage, und verschob meinen vermeintlichen Zieleinlauf Zeitpunkt von 2 Uhr auf 4 Uhr.
Jetzt nur alles schön im grünen Bereich erledigen war meine Einstellung.
Die Zeit ist jetzt egal.
Die Abfahrten konnte ich dank fetter Reifen und guter Scheibenbremsen gut fahren.
Die Oberfläche war trocken ,wenn auch unglaublich steil. Steuerkünste waren gefragt.
Jetzt nur nicht stürzen war meine Primisse.
Irgendwann hatte ich diesen Berg mit seinen vielen Abfahrten und Gegenanstiegen
niedergerungen.
Ich war wieder auf Meereshöhe , mein Tacho zeigte 570km.
Eigentlich sollte jetzt fertig sein, war es aber nicht.
Ich zoomte den Track größer. Es war noch einiges zu fahren. Noch ein paar Anstiege,
einer wie der Stöfser Berg die man bei uns als Berge bezeichnen würde.
Dann kam noch eine Tiefsandpassage und dann irgendwann das Ziel.
Ich radelte gegen 3.10Uhr ein und wurde doch tatsächlich mit Applaus empfangen.
Mir wurde etwas zu essen angeboten. Und mein durchgeschütteltes warmes Bier
wurde gegen ein kühles getauscht.
Ich muß wohl einen verängstigten Eindruck gemacht haben, als ich mein Bier
eintauschen sollte.
Mir wurde jedenfalls ausdrücklich versichert, daß ich auf jeden Fall ein neues,
kaltes Bier gleicher Marke erhalten würde.
Über Bier philosophierten wir noch weiter. Ich sollte unbedingt noch eine
andere Marke probieren.
Das tat ich dann auch.
Ich trug mich in die Finisherliste ein. An 17. Stelle.
Dem habe ich keine große Beachtung geschenkt. Ich nahm an,
daß schon mindestens die Hälfte der Teilnehmer im Ziel sein müßten.
Einzig die wenigen Radspuren auf den matschigenTrails und die Tatsache,
daß wir kaum jemanden überholt haben sprach dagegen.
Am Ende wurde ich dann 14. von allen. Wie das geschah kann ich nicht
sagen.

Nachdem ich satt war wurde mir die Dusche und der Schlafraum gezeigt.
Ich hatte alles dabei, Luftmatratze, Schlafsack,Kopfkissen, frische Kleidung,
Badelatschen und Creme.
Nur das Duschgel war der Kleiderwäsche zum Opfer gefallen.
Es gab dort zum Glück eine Riesenflasche davon. Es scheint aus Erfahrung
ein Mangel bei den Teilnehmern zu herrschen.
Den nächsten Tag verbrachte ich mit essen und Schlafeinlagen.
Gerald kam gegen 15.15Uhr ins Ziel.
Wir mußten uns beeilen, da der Zug uns zum Startort bringen sollte.
Das war wieder einmal tolles Erlebnis, rückblickend betrachtet sowieso.
Vielen Dank Gerald, daß wir das zusammen erleben durften.


1. Tag 14Std. 170km 4860Hm
2.Tag 10Std. 130Km
3.Tag 18Std.260km
Gesamt: 68Std.gesamt, davon netto in Bewegung 40Std. 590km, 11800Hm
das schieben



Und hier ein Bericht von mir. :-)

Mittwoch, 6. Januar 2016

"...hier folgen hoffentlich bald Berichte und Bilder von abenteuerlichen Radreisen, Brevets und sonstigen Aktivitäten in Ostholstein und über die Kreisgrenzen hinaus."

Diese waren die ersten Zeilen meines blogs am 12.Januar 2011.

Meine Indienreise war gebucht; dort wollte ich einen 200er Brevet fahren.
Von dort Bilder hochladen für die Daheim gebliebenen.

Ich habe anschließend einfach weiter geblogt-
Online- Tagebuch geführt,
Berichte und Bilder hochgeladen von mehr oder weniger abenteuerlichen Radreisen, Brevets und sonstigen Aktivitäten....

Das verselbständigt sich dann irgendwann. Ich wurde auch auf den blog angesprochen...und stellte fest, es gibt tatsächlich Leute, die das Lesen, die sich wohl möglich sogar interessieren, für das, was ich hochlade....

Das bloggen verändert sich dadurch; man schreibt nicht mehr nur Tagebuch sondern veröffentlicht, und es entsteht auch ein gewisser Druck zu veröffentlichen.

Erlebnisberichte, Tourankündigungen, links zu anderen interessanten Berichten und mehr habe ich hier veröffentlicht.
Vielleicht mache ich noch eine persönliche best-of Liste!?

Irgendwann tauchte Trans Iowa in meinem Radlerleben auf und der blog wurde mehr und mehr zu einem deutschsprachigem Trans Iowa blog.

Wer wollte konnte mein persönliches Trans Iowa miterleben- kaum anderes fand hier in dieser Zeit Platz...
Manche Leser habe ich sicher auch gelangweilt mit aktuellen Wettermeldungen aus Grinnell.

Was solls- dieser blog ist doch mein persönliches Tagebuch, oder??

Und was geschah nach TI V11?

Ich beschäftige mich damit, ob es "self-supported" ist,anderen Teilnehmern eine Pumpe zu leihen!?
Wie langweilig ist das denn?

Ich will sagen, dass ich nach TI nichts mehr zu schreiben wusste....

Klar habe ich weitergeblogt, weil irgendwas musste ich ja bloggen!?

Im Herbst begann die Querfeldein- Saison- und plötzlich hatte ich keine Lust mehr, immer gleiche Bilder, Berichte etc. zu veröffentlichen.

Tja, liebe Leser, und so habe ich nun beschlossen,den blog zunächst einmal nicht weiter zu führen.

Aber, keine Angst, das heißt nicht, das ich keine Abenteuer mehr auf dem Rad erleben will und werde.

Für 2016 gibt es schon recht konkrete Pläne und die führen nach Italien.

So sage ich jetzt erst einmal Tschüß

der Randonneur Ostholstein

Bild: Jan




open letter to the members of slender fungus

Hi all,
I think you're going to Iowa this years spring again.
The weather will be fine then- I hope for you.
Yes, I would like too, but the costs are to big for me.
Now I found an event in Italy, I'm going to do.
Did you here about the tuscany trail?
It is a little bit like TI: 6oo k, one stage, self supported and partly on the white (gravel) road of tuscany. (like l'eroica)
different: no stopwatch ;-)
So, if you have nothing better to do in june, maybe we will meet there!?
bests

G.
slender fungus germany :-)