Dienstag, 24. Januar 2023

Weltmeisterschaftsteilnehmer - Race day

Der große Tag beginnt mit einem großen Frühstück.

Mein Schlaf war so einigermaßen- ich war des Öfteren mal wach geworden und hatte dann früh schon meine Sachen fürs Rennen zusammen gesucht /gepackt. Ich setzte mich zum Frühstücken zu den Cyclocrossies. Die UCI- Kommissäre waren auch da- später kamen auch noch Cordula und Andreas und viele andere Crosser.

Ich redete vermutlich etwas viel, wollte aber gleichzeitig ordentlich essen- nicht nur, weil das Frühstück sehr teuer war....ich merkte, dass die Nervösität langsam anstieg- brauchte Bewegung. Wollte dann auch bald zum Trinity- Park und die Zeit des Wartens auf der Rolle verbringen.

Stephan und ich trafen uns dann auch schon vor 10 Uhr am Pavillion vom Cyclocrossland. Das war richtig gut, dass wir hier auch unser Lager aufschlagen durften. Danke an dieser Stelle noch einmal dafür. Eine wertvolle Hilfe, nicht nur, weil es später zu regnen begann. Ich konnte Rolle und Pumpe nutzen und hatte einen Platz zum Umziehen.....

Aber zunächst einmal konnte ich meine Startunterlagen abholen und mich einschreiben. Ein bedeutender Moment gleichzeitig mit Humor gemeistert.


Um 10:30 konnte ich dann endlich ein paar Runden, teilweise zusammen mit Heiko drehen- die schlammigen Passagen waren etwas abgetrocknet- ließen sich nun gut fahren. Ich probierte einige alternative Linien, durchfuhr den Singletrail immer wieder.

Dann begann auch schon das Frauenrennen 55+ und die weiteren Altersklassen bis 80+ (!). Gegen 12 Uhr saß ich dann auf der Rolle und tatsächlich entspannte ich langsam.


Hier kam nun immer wieder mal jemand zum schnacken vorbei, unter anderem Steven Grimwood der Race Director " Hello Cyclocross- Länd" . So wurde es mir überhaupt nicht langweilig. Ich hatte die Rolle so aufgestellt, dass ich auch einen Blick auf die Rennstrecke hatte und gleichzeitig windgeschützt war. Auch begann es jetzt leicht zu regnen. Die Strecke würde nun doch wieder etwas schmieriger werden. Das machte mir gar nichts, da ich sowieso nur an die Startphase dachte.

Mit meiner Startnummer #1 musste ich natürlich rechtzeitig beim Vorstart erscheinen. Nun begann es doch etwas stärker zu regnen, als wir unsere Runden zum Warmbleiben drehten. Armin hatte die #70, würde also in der letzten Reihe starten. Ich hätte im Vorfeld gerne mit ihm getauscht. Rene aus Kleinmachnow war auch mit im Feld, außerdem einige Holländer, Dänen, Amis und Canadier, Franzosen und Australier. Kein Belgier.

Vorstart im Spalier. Neben mir nahm noch einer einen tiefen Zug aus einem Spray und dann hörte ich auch schon meinen Namen- vorrollen, Jacke hoch und Startnummer zeigen, Reifenkontrolle und dann Startposition einnehmen. Ich wählte die zweite Stelle rechts, so würde ich gut in die erste Kurve reinkommen.

Vollgas geben auf der langen Startgeraden, so ähnlich hatte ich Armins Tipp verstanden. Ja, das wollte ich- was bleib mir auch anders übrig, wenn ich nicht überfahren werden wollte. 

Nun konzentrierte ich mich auf den Start. Matthias und Helge waren da,standen vor der Startlinie. Das half. Stephan stand schon in den Pits- Matthias wollte noch dazu kommen. Die Kattenberger kamen auch noch vorbei und wünschten alles Gute.

Riders! Three minutes to go! 

Riders! Two minutes to go! Die Jacken flogen....

Riders! One minute to go! Das Flatterband wurde weggenommen...

Riders! 30 seconds to go! You got a whistle!

The whistle- und Vollgas. 


 Es war gar nicht so eng wie befürchtet und ich konnte sogar meine Position einigermaßen halten. Einige Überholungen - aber ich konnte tatsächlich ca. Top 10 in die erste Kurve fahren.

Doch was geschah dann. Ich blieb gefühlt stehen und das komplette Feld zog an mir vorbei, während wir durch die ersten Kurven fuhren. Über der Brücke und den anschließenden Hürden hatte ich vermutlich schon Position 50-60.

Armin hatte mich, glaube ich, schon vor der Brücke überholt und ich hatte ihn nicht ausgebremst, wie ich befürchtete.

Diese Position konnte ich dann erst einmal halten. Das letzte Stück der Sandkiste musste ich laufen- da waren einige Fahrer vor mir abgestiegen, die ich laufend überholte.

An den Pits vorbei, hörte ich Stephan und Matthias rufen.

Das Rennen lief gut- keine Fautjes gemacht und nach der ersten Runde begann ich langsam  zu überholen.

Stephan rief jedesmal, "Den kriegst du noch!" und das hab ich dann gemacht.

Das machte richtig Spaß, so einen nach dem anderen zu vernaschen.

Auf der Zielgeraden stand ordentlich Gegenwind und jedes Mal hängte sich jemand bei mir ans Hinterrad. War mir egal- ich wusste ja sowieso nicht, wo ich stand- ich hatte den Start überlebt - alles andere war purer Spass. Und meistens konnte ich dann im Gelände davon fahren.

Es wurden 6 Runden - finish time 46:57.1


Auch am Ende gab es noch Fahrer, die um Platzierungen kämpften und ich nicht nachlassen konnte/durfte/wollte, egal um welche Platzierung es ging.

Armin hatte sich schnell nach vorne gearbeitet und wurde Weltmeister.

Das freute mich. 

Er fuhr die 6 Runden in 40:42.7 und hatte mich somit nicht überrundet, wie es sonst manchmal passiert bei kürzeren Parcours.

Ich war am Ende 40./ 74 Startern, Ak 59-64.

Damit war ich sehr zufrieden. 

Erstmal ein Weltmeisterschaftsteilnehmer- Foto.

Die Medaille war schon im Starterbeutel gewesen.

Danach aber schnell auf die Rolle. Feedback hat ein Warm-up tent- da stelle ich mich jetzt hin mit Blick auf das Podest, wo die Ehrungen stattfinden sollen. Ein richtiges Ausrollen wird es nicht- es geht eher um die Sache.

 

 

 


Es beginnen dann auch schnell die Siegerehrungen.



Besonders beeindruckend fand ich die Siegerehrungen der W80/M80.

Es war inzwischen dunkel geworden und auch deutlich kälter.

Hatten wir tagsüber und während meines Rennens noch um die 7 Grad gehabt, teilweise sogar sonnig, sollte es bald deutlich kälter werden. Glück gehabt.

Der Tag war anstrengend gewesen, auch für Stephan, der mir alles abgenommen hatte, außer das Fahren selber. Das war wirklich eine wertvolle Hilfe- ich musste mich um nichts kümmern, Klamotten, Getränke, Räder pumpen und reinigen.

Nun brauchten wir eine Auszeit bevor wir uns Abends mit den Cyclocrossies wieder zum Essen treffen würden. Ich fuhr noch zum Supermarkt- einkaufen für den nächsten Morgen und Schokolade. Auf der Rückfahrt fühlte ich mich nicht so richtig im "Hier und Jetzt", sodass ich die Radwege nutzte, um sicher ins Hotel zurück zu kommen. An einem Kreisverkehr, fast im Stand, musste ich bremsen und die Cantis machten, was sie sonst nie taten, sie blockierten das Vorderrad und ich machte einen Salto über den Lenker. Landete unsanft nachdem ich mich mit den Handgelenken abgestützt hatte. Zum Glück landete ich noch auf dem Radweg und nicht auf der Straße. Es herrschte Berufsverkehr. Ich stand schon wieder, als mich ein Autofahrer fragte, ob alles okay wäre. Ich fand, ja. Nett, von ihm. 

Beide Handgelenke schmerzten und sind auch heute, fast 2 Monate später noch nicht 100% in Ordnung. Wieder mal ein Radweg- Unfall.

Beim Abendessen im Frankie & Beany's, Italian Style Restaurant ließen wir den Tag ausklingen. Hier redete ich nicht mehr so viel, wie am Morgen. Müde war ich. Hatte aber den Eindruck, dass jetzt die anderen, die am Samstag ihre Rennen haben würden, schon etwas aufgeregt waren.


http://results.smartiming.co.uk/view-race/wm22mv60/

Interessant ist die Spalte "Outlap" (hier raufklicken zum Sortieren):

Das ist die Zeit vom Start bis zur Ziellinie, ca. 50m vor der ersten Kurve.

Bis dahin hatte ich tatsächlich kaum Position verloren.

Zwischen erster und letzter Startreihe liegen hier  3 bis 7 Sekunden wobei Armin, aus der letzten Reihe gestartet, schon auf Platz 40 ist.


hier geht es bald weiter



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