Montag, 16. September 2019

Die Qiddelbacher Höhe

War ich wirklich eingeschlafen- jedenfalls lag ich bald wieder wach und mir wurde zunehmend übel.
Nicht schön. Musste gleich an den Tuscany Trail denken und an die Pizza vom Dönerman. Ohje!
Im Nachhinein, weiß ich nicht, woran es gelegen hat; die Pizza, die Hitze und Anstrengung des Tages und obendrauf noch das Bier - das alles wollte mein Körper jetzt nicht mehr.....

Ich musste also meinen Schlafsack verlassen und das Übel meinen Körper- hinterher fühlte ich mich einfach nur leer.....

Dann schlief ich auch ein, bis ich wiederum aufwachte, weil es jetzt richtig kalt geworden war. Ich fror. Gar nicht so schön, wie im Wald in der vergangenen Nacht. Zum ersten Mal musste ich nun meine Ultralite Biwaksack Rettungsdecke ausprobieren. Mir wurde sofort warm und ich konnte weiterschlafen. Funktioniert super- nur war am morgen alles nass. Der Schlafsack voll gesogen, wog nun sicher ein Kilo mehr....

Wir biwakierten auf der Sonnen abgewandten Seite und die würde sobald nicht wärmen oder trocknen. Also alles schnell zusammen gepackt und weiter. Wieder ohne Kaffee.
Auf die Straße in Richtung Track 4, denn wir hatten abends noch beschlossen, so auf den Rückweg nach Klotten zu gehen. Auf jeden Fall wollte ich zum Nürburgring, wo ich schon 1971 und dann 2011 zum 24 h Rennen war.


Wir füllten noch unsere Flaschen am Brunnen und stellten die Pfandflaschen vor die Haustüre des freundlichen Eifelaners. Der nächste größere Ort war Ahütte, aber auch hier, wie in fast jedem Ort der Eifel Fehlanzeige. Och nöö! Doch als ich mich umdrehte, um weiter zu fahren, entdeckte ich an der Kreuzung die Kantine des Wotan Zement- und Müllerkalk Werkes . Michael und ich fühlten uns hier schnell richtig wohl. Belegte Brötchen und Kaffee, gleich zweimal hintereinander, in einer Kantine, die mich an Tschechien erinnerte.


Ein LKW Fahrer erzählte, dass er täglich 600 km zurücklegt- unglaublich- wahrscheinlich so unglaublich, wie für manch einen, wenn wir von unseren Strecken auf dem Rad berichten.
Als wir los fuhren, hupte er zum Abschied.
Bald kreuzten wir den Track, auf dem wir nun zum Nürburg Ring und weiter nach Klotten fahren wollten. Wir stoppten und schauten in den Wald und nach oben.....da hinauf führte ein kleiner Wanderweg so steil bergan, dass wir hätten schieben müssen. Wollte ich nicht- also weiter auf der Straße- da rollte es, bis zur nächsten Kreuzung mit dem Track, der immer parallel, aber durch den Wald verlief. An der nächsten Trackkreuzung ging es steil bergab hinunter in ein Tal- am Ende wohl eben so steil wieder rauf. Es ging nicht- mein Körper, der Geist streikte....Michael hätte wohl gewollt und auch gekonnt, jedoch ich fühlte mich einfach schwach. Ich überredet Michael, bis zum Ring auf der Straße zu fahren und dort auf den Track, der wohl auf der MTB- Strecke der Nordschleife verlief.
Diesen Trail wollte ich auf gar keinen Fall verpassen. Nach einem Fotostopp, wollte ich noch einen Kaffee und dazu bestellte ich ein Rührei- das sollte das letzte bleiben, was ich noch essen konnte, bis ich wieder in Klotten war. Magen und Darm waren immer noch sehr empfindlich und meinten, es geht nichts mehr....
Dann ab auf die Nordschleife. Spannend. Zunächst auf breiter Schotterpiste, dann auf Trails, auch steil aber alles fahrbar über Wurzeln. Und immer dicht entlang an der Rennstrecke. Mercedes AMG Sicherheitstraining. Schon interessant. Ich finde das ok. Hier gehören sie hin, die Raser- quasi ein Spielplatz zum Austoben.
Hatzenbach, Hocheichen, Quiddelbacher Höhe,Flugplatz, Schwedenkreuz, Ahrenberg und Fuchsröhre, und so bis wir in Adenau noch eine Pause beim REWE einlegen.
Ich friere, fühle ich mich gar nicht wohl und kann weder essen noch trinken.
Michael scheint es dagegen sehr gut zu gehen und ich beschließe, von nun an auf der Straße nach Klotten zurück zu fahren. Bis zur Hohen Acht bleiben wir noch zusammen, jedoch fahre ich nur noch kraftlos hinterher und Michael muss warten. Oben angekommen trennen wir uns dann- so ist es richtig. Michael fährt nun tracktreu die letzten 90 km bis Klotten und ich bleibe auf der Straße.
Gleich ist auch der Druck weg und ich kann mehr entspannt, mein eigenes, sehr langsames Tempo fahren. Da ich weder Track noch Karte habe, fahre ich nun nach Himmelsrichtung und Gefühl.
Ständig geht es rauf und runter durch Orte in denen es nichts gibt, außer schönen Häusern, einer Kirche und einem Friedhof. Einmal gibt es einen Brunnen,leider ohne Trinkwasser, an dem ich mich erfrische. Ich lege mich auch kurz in den Schatten, denn ist ist wieder sehr heiß in der Mittagszeit.
Doch bald fahre ich weiter, weil ich denke, ich würde sonst nicht mehr weiter kommen, nachdem ich erst einmal geschlafen habe. Flaschen und Magen sind leer- ich frage, in einem Ort danach, wo man denn wohl einkaufen könne. In Kaisersesch, dorthin führt ja auch der Track, das wusste ich noch.
"Da müssen sie aber ganz den Berg rauf"- der Berg war dann nicht so schlimm aber mir taten die Jugendlichen leid, die hier wohnten und nicht motorisiert sind. Ins nächste Tal, in die nächste Stadt zu kommen, führte immer erst "ganz den Berg hinauf!"
In Kaisersesch war ich dann einkaufen- flüssige Nahrung, die ich aber auch nicht mehr trinken mochte. Also nahm ich die letzten, überwiegend abfallenden 12 Kilometer bis zur Mosel in Angriff.
Der Track endete am Bahnhof, also ganz unten- hier reservierte ich mir gleich ein Zimmer und hoffte nur, dass ich, um zu Holger zu kommen, nicht wieder den Berg hinauf fahren müsste.
Das war dann zum Glück nicht der Fall. Alpi- Bernd war auch noch da, Michael traf, wie erwartet ca. 3 h nach mir ein, und so trafen wir uns abends noch alle in der Pizzeria. 
Die ersten beiden Finisher waren auch schon im Ziel.
Ich hatte den Eifel Graveller, wie geplant, nach drei Tagen beendet, hatte viel erlebt, viel gesehen und am Ende ein gutes Gefühl.


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